Dortmunder Pädagoge entgeht Mordkomplott – Verdächtige gestehen Schüler wollten Lehrer töten

Dortmund (WB). Drei Schüler haben in Dortmund einen Lehrer in einen Hinterhalt gelockt, um ihn zu erschlagen. Ihr Plan misslang.

Von Christian Althoff
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

»Das Motiv waren offenbar schlechte Noten und die Angst, nicht versetzt zu werden«, sagte Felix Giesenregen von der Staatsanwaltschaft Dortmund.

Der Mord an dem Lehrer der Martin-Luther-King-Gesamtschule sollte am vergangenen Donnerstag begangen werden. Einer der Schüler legte sich um die Mittagszeit neben der Schule in einen Garagenhof, der als Raucherecke genutzt wird, und stellte sich bewusstlos. Die beiden anderen Schüler liefen zu dem Lehrer und riefen, er müsse schnell kommen und helfen.

»Ungutes Gefühl«

Der Lehrer folgte den beiden Jugendlichen, hatte aber schon ein ungutes Gefühl. Giesenregen: »Mit einem der Schüler hatte er seit langem Differenzen. Deshalb wunderte er sich, dass ausgerechnet der ihn jetzt um Hilfe bat.« Im Garagenhof angekommen, beugte sich der Lehrer zwar über das vermeintliche Opfer, ließ aber die beiden anderen Jungen nicht aus dem Blick. Bevor sie etwas tun konnten, sprang er auf und sagte, er werde einen Notarztwagen rufen und an der Straße warten.

Das ungute Gefühl des Lehrers war berechtigt, wie sich Tage später herausstellte: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft trugen zwei Jugendliche Hämmer bei sich, mit denen sie dem Pädagogen im Garagenhof den Kopf einschlagen wollten.

Durchsuchungsbeschluss für die Wohnungen der drei Beschuldigten

Am vergangenen Samstag traf der Lehrer beim Elternsprechtag die Schulleiterin und erzählte ihr von dem Vorfall. Gemeinsam entschloss man sich, die Polizei zu informieren. Die Staatsanwaltschaft erwirkte einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnungen der drei Beschuldigten und hatte Erfolg: Polizisten stellten detaillierte schriftliche Unterlagen sicher, aus denen sich der Tatplan ergeben haben soll. Unter anderem soll eine Zeichnung gefunden worden sein, die den Lehrer in einer Blutlache liegend zeigt. Die drei Verdächtigen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren wurden vorläufig festgenommen. »Zwei haben das Mordkomplott gestanden«, sagte Staatsanwalt Felix Giesenregen.

Zwei Beschuldigte besuchen die Gesamtschule, der dritte eine Weiterbildungseinrichtung. Die Gesamtschüler seien vom Unterricht ausgeschlossen, sagte Schulleiterin Ellen Kreis. »Und das Jugendamt wurde eingeschaltet«, erklärte Christoph Söbbeler von der Bezirksregierung Arnsberg.

Gegen die drei wird wegen Verabredung zu einem Verbrechen ermittelt. Das kann bei einem geplanten Mord mit mehreren Jahren Haft bestraft werden.

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