Kommentar zur katholischen Bischofskonferenz
Zeichen der Hoffnung

Wohlorganisiert, aber müde. So wurde die Katholische Kirche in Deutschland schon in den 70er Jahren zutreffend beschrieben.

Dienstag, 23.02.2021, 23:20 Uhr
Kardinal Georg Bätzing (vorn) beim Auftakt der digitalen digitalen Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz Foto: Sascha Steinbach/EPA Pool/dpa

Pfarreiräte, Verbände, Rendanturen und Generalvikariate spulen ihr Kirchenjahresprogramm herunter, die Akzeptanz im Kirchenvolk schwindet. Der durch eine zumindest teilweise missglückte Aufarbeitung weiter gefährlich schwelende Konflikt um sexuelle Gewalt in den Reihen der Kirche lähmt insbesondere im Erzbistum Köln die pastorale Arbeit – und legt sich wie Mehltau auch über die Stimmung in den anderen Diözesen. Über allem schwebt jetzt die Corona-Pandemie, so dass die zentralen liturgischen Vollzüge und Gottesdienste teilweise außer Kraft gesetzt sind. Selbst bei den ganz treuen Kirchenbesuchern schwindet das Gefühl der Bindung.

Lähmung greift um sich, zugleich wächst die Ungeduld und bricht sich Bahn wie jüngst in den Thesenanschlägen der Reforminitiative „Maria 2.0“. Es wird, und das ist auch den meisten Bischöfen mittlerweile klar geworden, keinen anderen Weg geben, als den von Laien und Bischöfen eingeschlagenen Kurs des „Synodalen Weges“ beharrlich, realitäts- und reformorientiert zu gehen. Dabei ist sowohl den bremsenden wie vorpreschenden Kräften in der Kirche ins Stammbuch zu schreiben, dass eine Spaltung der Kirche niemandem hilft.

Der mittlerweile auch innerkirchlich bedrohlich zunehmende graue Nörgelton über Stillstand und Agonie „da oben“ wird dabei nicht helfen, die Krise zu überwinden. Wer Kirche eher konsumorientiert als Dienstleistungsbetrieb zur Begleitung bürgerlicher Lebenswendefeiern begreift, hat leider nichts begriffen. Kirche, das ist die Gemeinschaft aller Gläubigen. Mitzutun und Zeichen der Hoffnung zu setzen, das ist folglich Aufgabe eines jeden in winterlicher Zeit.

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