Kommentar zu fehlendem Corona-Impfstoff
Zu spät, zu wenig

Irgendetwas läuft gerade mächtig schief: Mit 375 Millionen Euro hat das Forschungsministerium die Entwicklung des Biontech-Impfstoffs gefördert, und doch werden jetzt andere Länder mit Vorrang beliefert.

Freitag, 01.01.2021, 19:22 Uhr aktualisiert: 01.01.2021, 19:28 Uhr
Ein Fläschchen mit dem Impfstoff gegen Covid-19 (Symbolbild). Foto: Oliver Dietze/dpa

Es geht nicht um die Bevorzugung oder die Benachteiligung einzelner Nationen. Es geht um eine ausgewogene Verteilung. Israel hat nach eigenen Angaben bereits eine Million Menschen mit dem Biontech-Präparat geimpft, das sind zehn Prozent seiner Bevölkerung. Und bis Ende des Monats rechnet das Land, so heißt es in israelischen Medien, mit bis zu 5,6 Millionen Dosen – mehr, als das acht Mal so große Deutschland bis dahin erwartet.

Wer trägt die Schuld? Es sieht danach aus, als hätten wir einfach viel zu spät viel zu wenig bestellt. Sollte es anders sein und Israel hat mehr Geld geboten (Deutschland zahlt pro Dosis angeblich zwölf Euro), würfe das freilich noch ganz andere Fragen auf.

Die Misere – sie wirft kein gutes Licht auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Dass er allein die Verantwortung für den Impfstoff-Engpass trägt, ist allerdings noch nicht ausgemacht.

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