Kommentar zu den Corona-Beschlüssen in Bayern
Ein Weckruf

Bayern ist nicht Nordrhein-Westfalen und Markus Söder nicht Armin Laschet. Dennoch zeigen die Beschlüsse aus München, wie es auch an Rhein und Weser weitergehen wird, wenn die Infektionszahlen steigen sollten.

Sonntag, 06.12.2020, 19:27 Uhr aktualisiert: 06.12.2020, 19:30 Uhr
Die Maske allein reicht nicht als Corona-Schutzmaßnahme. Es kommt auch auf das Verhalten desjenigen an, der sie trägt (Symbolbild). Foto: dpa

Der Teil-Lockdown hat sich totgelaufen. Kontaktbeschränkungen werden oft nur noch halbherzig akzeptiert und bisweilen ignoriert, wie die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Corona-Chaoten und Polizei zeigen. Und selbst viele gutwillige Menschen glauben, mit dem Tragen der Maske hätten sie schon genug für den Infektionsschutz getan. So findet das Virus noch immer Möglichkeiten, sich weiter auszubreiten.

Mit dem gut gemeinten Versprechen von Lockerungen zu Weihnachten wurde zudem ein falsches Signal gesetzt. Wenn wir uns zum Fest in einer größeren Gruppe treffen dürfen, dann kann es ja wohl alles nicht so schlimm sein – so konnte der Beschluss der jüngsten Bund-Länder-Konferenz verstanden werden. Ein Paradebeispiel für misslungene politische Kommunikation.

Als „Halbschlaf“ hat Bayerns Ministerpräsident diese Situation gebrandmarkt. Sein Zehn-Punkte-Plan dürfte nun zum Weckruf für die gesamte Republik werden. Berlin hat die Lockerungen zu Weihnachten bereits einkassiert, Thüringen wird wohl folgen.

Und NRW? Noch haben wir die Antwort selbst in der Hand. Ob bei der Arbeit, im Bus oder beim Einkaufen: Ob es ein frohes Fest werden kann, entscheidet sich an unser aller Verhalten in den nächsten Tagen.

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