Kommentar zu maskenbefreienden Attesten
Bedenklich

Ob jeder, der ein maskenbefreiendes Attest hat, tatsächlich nicht mit einen Mund-Nase-Schutz aus dem Haus kann, sei mal dahingestellt. Viele Lungenfachärzte gehen jedenfalls davon aus, dass chirurgische Masken keine Beeinträchtigung darstellen und allenfalls psychische Gründe für eine Befreiung sprechen könnten.

Freitag, 04.12.2020, 21:58 Uhr
Plakate – hier in der Innenstadt von Hannover – fordern zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes auf. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Aber: Wenn die Corona-Schutzverordnung des Landes schon eine Befreiung vorsieht, dann darf sich nicht jeder deren Ausgestaltung so zurechtbiegen, wie er es gerne hätte. Dass die beiden Ärztekammern in NRW ihre Mitglieder auffordern, die Diagnosen in die Atteste zu schreiben, ist bedenklich. Zum einen scheint es dafür an einer Rechtsgrundlage zu fehlen, und zum anderen: Sollen Polizisten, Ordnungsamtsmitarbeiter und Geschäftsinhaber allen Ernstes entscheiden, ob der diagnostizierte Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, eine Sarkoidose oder COPD einen Maskenverzicht rechtfertigen?

Es ist gut, dass das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium am Freitag klargestellt hat: Atteste gelten auch ohne Auflistung von Krankheiten. Oder möchten Sie einem Busfahrer oder einem Polizisten unter die Nase halten, woran Sie gerade leiden?

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7709361?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F
Lockdown wohl bis Februar
Ein menschenleerer Platz ist in der Innenstadt Gifhorn in Niedersachen zu sehen. Hier gilt bereits zwischen 20.00 Uhr und 5.00 Uhr bis Ende Januar die Ausgangsbeschränkung.
Nachrichten-Ticker