Kommentar zur US-Wahl
Trumps Wähler bleiben

Bei einem deutlichen Sieg mit zwei Dritteln Mehrheit auf seiner Seite hätte Joe Biden vielleicht eine Chance gehabt, die Spaltung der US-Gesellschaft zumindest ansatzweise kitten zu können.

Freitag, 06.11.2020, 21:08 Uhr aktualisiert: 07.11.2020, 10:52 Uhr
Philadelphia: Anhänger von US-Präsident Trump demonstrieren vor dem Pennsylvania Convention Center, während die Stimmen der Präsidentschaftswahl ausgezählt werden. Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa

Diese Chance gibt ihm dieses Wahlergebnis nicht. Denn es ist zu knapp, um den Grabenkrieg in absehbarer Zeit befrieden zu können. Donald Trump hat das Land polarisiert wie kein Präsident vor ihm. Selbst wenn er das Weiße Haus am 20. Januar nach Neuauszählungen, Klagen und Urteilen räumen sollte: Seine Wähler bleiben.

Und die Frauen und Männer, die Trump nach diesen vier – aus unserer Sicht – schwer verdaulichen Jahren erneut ihre Stimmen gegeben haben, sind eben nicht fast ausschließlich irgendwelche weißen Trottel im mittleren Westen. 42 Prozent aller Wähler mit College-Abschluss haben für den amtierenden Präsidenten votiert.

Was Biden, wenn er denn vereidigt wird, auf jeden Fall und zuerst tun müsste: Er sollte der extremen Lin- ken der Demokraten zügig klar machen, dass mit identitärer Minderheitenpolitik kein Staat zu machen ist. Jedenfalls keine Vereinigten Staaten.

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