Kommentar zur US-Präsidentschaftswahl
Die Amerikaner wählen

In einem Punkt macht sich Donald Trump keinerlei Illusionen: „China will mich loswerden. Der Iran will mich loswerden. Deutschland will mich loswerden“, hat der amtierende US-Präsident bei einem seiner letzten Wahlkampfauftritte zutreffend gesagt.

Montag, 02.11.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 21:06 Uhr
Wer wird es: Donald Trump oder Joe Biden? Foto: imago images/UPI Photo

Doch was Chinesen, Iraner und wir Deutsche wollen, spielt an diesem Dienstag keine Rolle – es geht einzig und allein um den Wählerwillen der US-Amerikaner. Zwar sehen Umfragen den Demokraten Joe Biden vorne, doch noch ist das Rennen um das Weiße Haus nicht gelaufen. Auch vor vier Jahren glaubte kaum jemand, dass Trump gewinnen könne – das Ende ist bekannt.

Ob er nun eine zweite Amtszeit bekommt, erscheint trotzdem fraglich. Für seine Anhänger kann Trump tun und lassen, was er will – sie wählen ihn sowieso. Daran ändert selbst sein hanebüchenes Krisenmanagement in der Corona-Pandemie nichts. Für seine Gegner hingegen ist Donald Trump der peinlichste Präsident aller Zeiten. Ohne Frage hat die Art seiner Amtsführung die USA extrem gespalten. Und Trump dürfte kaum willens sein, an seinem Stil etwas zu ändern. Im Gegenteil: Nach ei­ner Wiederwahl könnte er noch rücksichtsloser agieren.

Und wenn Joe Biden gewinnt, worauf viele hoffen? Lösen sich die transatlantischen Probleme gewiss nicht über Nacht in Luft auf. Überhaupt täten die Deutschen gut daran, sich nicht so sehr am US-Präsidenten abzuarbeiten. Stattdessen sollten sie lieber mit den europäischen Partnerländern die Hausaufgaben in der EU erledigen, um so aus eigener Kraft stärker zu werden.

Natürlich spricht nichts dagegen, auf ein Wunschergebnis bei der US-Wahl zu hoffen. Meines lautet: Die Amerikaner wählen an diesem 3. November so eindeutig, dass wir uns nicht auf eine wochenlange Hängepartie einstellen müssen, die im schlimmsten Fall sogar von Unruhen und Krawallen begleitet sein könnte.

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