Kommentar zur Einigung der CDU im Parteitagsstreit
Unnötige Hängepartie

Gerade noch rechtzeitig hat die CDU in der Debatte um die Vorsitzendenwahl die Kurve bekommen. Mit der Einigung auf einen Parteitag im Januar wurde eine unnötige Hängepartie beendet und eine Zerreißprobe abgewendet.

Sonntag, 01.11.2020, 20:50 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 20:54 Uhr
Die drei Kandidaten für den Bundesvorsitz der CDU, Norbert Röttgen (von links), Armin Laschet und Friedrich Merz, Mitte Oktober stehen nach einem Mitglieder-Talk der Jungen Union nebeneinander. Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Dass die CDU ihren Präsenz-Parteitag mit 1001 Delegierten für Dezember absagte, war aufgrund der Pandemie-Lage alternativlos. Doch es war ein großer Fehler, dass sichdie Parteiführung mit den Bewerbern nicht direkt auf einen neuen Termin oder eine Online-Abstimmung einigte.

Erst dadurch kam die unheilvolle Debatte in Fahrt. Öffentliche Schuldzuweisungen mit Kritik an Tricksereien und Spaltereien stießen zu Recht vielen Bürgern übel auf, die parallel auf einen Teil-Lockdown eingestimmt wurden.Dabei kann man nachvollziehen, dass Merz an einer zügigen Wahl gelegen ist. Er liegt in Umfragen unter CDU-Mitgliedern vorne, wenngleich nur die Delegierten des Parteitags den Vorsitzenden wählen dürfen.

Doch Merzschossmit der Attacke an der CDU-Spitze über das Ziel hinaus – und stellte eigene Interessen über das Wohl der Partei.Die Grabenkämpfe erinnern eher an SPD-Führungsdebatten der Vergangenheit. Merz schadete mit seinen Einlassungen nicht nur sich, sondern auch der CDU.Jetzt liegt es an den Kandidaten, bis zum Parteitag nicht weiteres Öl ins Feuer zu gießen.

 

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