Kommentar zum Friedensnobelpreis
Vorzügliche Wahl

Der Hunger in vielen Gebieten der Erde ist nicht immer und automatisch eine Folge von Klimawandel, regionaler Dürre und Ernteausfällen. Immer noch gilt es als eine der ältesten Waffen der Welt, Menschen in Kriegen und Konflikten von der Versorgung abzuschneiden und auszuhungern.

Freitag, 09.10.2020, 20:18 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 20:24 Uhr
Mosambik, Beira: Eine Frau hält einen Teller mit Reis in einem Lager für Betroffene des Zyklons «Idai». Foto: Kate Bartlett/dpa

Hunger kennt viele Ursachen, und die größte, zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit ist die ungleiche Verteilung der Güter auf dieser Welt. Eine Minderheit der Menschheit vergeudet und verprasst Ressourcen, und eine große Mehrheit lebt unterhalb des Existenzminimums. Der Friedensnobelpreis richtet den Blick auf das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen und den selbstlosen Einsatz ihrer Mitarbeiter, der gerade in Pandemie-Zeiten wichtiger ist als je zuvor.

Der Preis für die Organisation stärkt nicht nur deren akuten und strukturell-nachhaltigen Einsatz im Dienst am Nächsten. Er sendet ein wichtiges Signal an jene Potentaten, die sich auf nationale Egoismen zurückziehen und Multilateralismus sowie internationale Solidarität als Schwäche ansehen. Das Nobelpreiskomitee hat folglich mit diesem Preis zugleich ein starkes politisches Signal gesetzt.

Kommentare

Paul Schneider  wrote: 10.10.2020 08:39
Vorzügliche Wahl
Mit meiner Meinung vom 09.10.2020 unter Überschrift: "Stolzer Moment" -Friedensnobelpreis für UN-Welternährungsprogramm - habe ich bereits im Vorfeld den jetzigen Kommentar ergänzt. Unter dem Titel: "Wir lassen sie verhungern" gab Jean Ziegler, ehemals UNO-Sonderbeauftragter für Recht auf Nahrung im "bpb-magazin" (www.bpb.de/dialog 14527) einen sehr interessantes Statement ab. Mit seinem Buch: "Wir lassen sie nicht verhungern - Die Massenvernichtung in der Dritten Welt" gibt er eine deprimierende Zusammenfassung von Hunger, Tod und Elend auf dieser Welt. Und die Leser kommen zu der Überzeugung, dass der Friedensnobelpreis die Thematik einmal mehr in die Öffentlichkeit bringt.
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