Kommentar zum geplanten Homeoffice-Gesetz von Minister Hubertus Heil
Die Hände auch mal still halten

Die Politiker haben sich hierzulande daran gewöhnt, Entscheidungen schnell zu treffen. Doch was gut war zur Bekämpfung der Pandemie, erweist sich an anderer Stelle als Bumerang. Manchmal wäre es besser, Minister würden ihre Hände ein wenig länger still halten. Beispiel: Das von Hubertus Heil geplante Recht auf Homeoffice .

Sonntag, 04.10.2020, 20:02 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 20:06 Uhr
Arbeit im Homeoffice. Foto: dpa

Aus der Not geboren, um Ansteckungsgefahr zu verringern, hat die neue Form der Heimarbeit einige Vorteile. Den Beschäftigten erspart sie die Anfahrt zum Arbeitsplatz, erleichtert manches zu Hause, darunter die Kinderbetreuung. Der Arbeitgeber spart bei den Ausgaben für den Arbeitsplatz. Dafür muss er einiges organisieren – vom technischen Equipment über Datenschutz bis zur Arbeitskontrolle. Zu klären ist der Unfallschutz. Und die innerbetriebliche Kommunikation muss gesichert sein.

Alles keine hohe Wissenschaft. Doch muss nicht alles Wünschenswerte gesetzlich vorgeschrieben werden. In der freien Marktwirtschaft sollte Gestaltungsfreiheit oberstes Prinzip sein. Um Ungleichheiten auszugleichen, haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihre Verbände bzw. Gewerkschaften – nicht nur für Fragen von Lohn und Gehalt, auch von Arbeitszeit und Arbeitsplatz .

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