Kommentar zum Drogentrend: Kick per Klick
Strategie: „Finger weg!“

Südamerikanische Länder mit einfachem Zugang zu Massen von Drogen wissen, wie ganze Familien, Nachbarschaften, Dörfer und Teile von Gesellschaften dadurch in den Abgrund gerissen werden.

Mittwoch, 09.09.2020, 07:17 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 07:20 Uhr
Symbolbild. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Deshalb sind die Sicherheitsbehörden in Deutschland gut beraten, noch mehr Aufmerksamkeit und Fahndungsdruck auf den immer schwunghafteren Online-Rauschgifthandel zu richten. Denn auch hier geht es um die Verfügbarkeit. Auf einschlägigen Handelsplattformen scheint jede Droge auf Knopfdruck frei Haus zu kommen. Drogen wie Pizza, Kleidung und Bücher einfach online bestellbar – dieser „Service“ gehört zerstört. Einschlägige Seiten müssen abgeschaltet, die Ver- antwortlichen verhaftet und die Entdeckungsrisiken vergrößert werden.

Aber das ist nur die eine Seite. Die des Angebotes. Beharrliches Einwirken auf die Nachfrage gehört dazu. Unermüdliches Aufklären nachwachsender Schuljahrgänge, überall im Netz verfügbare Informationen, ziel- gruppengenaue Ansprachen und jederzeit erreichbare Beratungsstellen sollten sich auf die aktuellen Trends immer wieder neu einstellen.

Die Gesellschaft muss sich fragen, ob ihre das Verhalten vieler Menschen beeinflussenden Debatten über Drogenfreigabe sinnvoll sind. Es entspricht sowohl allgemeiner menschlicher Natur als auch dem besonderen Drang Heranwachsender, Wirkungen auf Körper und Geist auszuprobieren und mit Stoffen zu experimentieren. Deshalb ist BKA-Chef Holger Münch nach dem Blick auf Länder mit Legalisierungsversuchen so skeptisch geblieben. Damit könnten die Strukturen des Drogenhandels mitnichten trockengelegt werden. Die Strategie muss sich also weiterhin am „Finger weg“ orientieren. Analog wie digital.

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