Kommentar zu höheren Immobilienpreisen
Die Mär von der Blase

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die oftmals beschworene Immobilienblase in weiten Teilen Deutschlands eine Mär ist, dann hat die aktuelle Corona- Pandemie ihn geliefert. Trotz einer kleinen Delle im April – also auf dem bisherigen Höhepunkt der Neuansteckungsraten – klettern sowohl die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen als auch die Mieten kräftig weiter .

Dienstag, 04.08.2020, 06:00 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hatte jüngst andere Erwartungen geweckt, weil die Fälle von Mietstundungen vor allem im Gewerbesektor stark zugenommen hatten. Doch auf die Preise wirkt dieser Trend offenbar kaum. Der Grund ist naheliegend: Nicht nur Bausparkassen und Immobilienvermarkter preisen Häuser und Wohnungen seit Jahrzehnten als „Betongold“ an, sondern auch die Mentalität der deutschen Geldanleger sieht Immobilien als sicheren Hafen für das Ersparte.

Rund die Hälfte des deutschen Privatvermögens ist in Immobilien angelegt. In der Krise ist deshalb ein Investment in Gebäude und Grundstücke ähnlich attraktiv wie der Kauf von Goldmünzen und -barren. Hinzu kommt, dass gewaltige Geldströme aus Staatshaushalten und Zentralbank-Schatullen zur Stabilisierung in die Waren- und Finanzmärkte fließen und damit Geld noch billiger machen. Damit ist eine Rückkehr zur Verzinsung von Sparguthaben wohl auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben.

Doch wie lange hält der schon seit über acht Jahren währende Immobilienboom noch an? Eine klare Antwort auf diese Frage fällt schwer. In Großstädten wird selbst der Einkommensverlust durch Kurzarbeit und leicht wachsende Arbeitslosigkeit kaum bremsend auf die galoppierenden Preise wirken. Anders in ländlichen Regionen: Dort hatte es schon vor Beginn der Pandemie am Immobilienmarkt erste Abkühlungstendenzen gegeben. Die dürften sich infolge der Corona-Flaute in der Gesamtwirtschaft verstärken.

Doch ein extremer Preissturz ist auch dort nicht zu erwarten, denn es gibt einen Gegentrend: Gerade in Krisenzeiten besinnen sich viele Menschen auf traditionelle Werte wie Familie und Häuslichkeit – und wünschen sich deshalb eigene vier Wände.

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