Kommentar zur Reisewarnung
Regierung macht es sich zu einfach

Die gute Nachricht verkündete Außenminister Heiko Maas (SPD) vor einer Woche: Für 29 europäische Länder hob er die Reisewarnung auf. Über die Kehrseite dieser Medaille wurde am Mittwoch befunden: Für über 160 Länder wurde die Reisewarnung jetzt verlängert. Darunter sind so beliebte Ferienziele wie die Türkei. Normalität sieht anders aus, der Sommer 2020 wird merkwürdig.

Mittwoch, 10.06.2020, 22:58 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 23:00 Uhr
Philippinen, Boracay: Palmen werfen Schatten auf den Strand. Foto: Aaron Favila/dpa

Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um Gesundheitsgefahren für deutsche Urlauber. In vielen Urlaubsländern ist das Ansteckungsrisiko nicht höher als zu Hause. Aber es werden eben auch die politischen Verhältnisse bewertet und ihre möglichen Auswirkungen kalkuliert. Da sieht es gerade für Erdogans Türkei wirklich düster aus.

Wer weiß schon, welche Quarantäneregeln dort morgen gelten, wie sicher die Grenzen offen bleiben und wie verlässlich auch die Rückreisemöglichkeiten sind?

Trotzdem macht es sich die Bundesregierung mit der pauschalen Warnung für über 160 Länder sehr einfach. Die einzelnen Staaten und Urlaubsziele mit ihren sehr unterschiedlichen Corona-Situationen und Sicherheitskonzepten hätten differenzierte Beurteilungen verdient.

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