Kommentar zum Missbrauchsfall Münster
Nur die Spitze des Eisbergs

Wie abscheulich! Selbst hart gesottene Polizisten kommen an ihre Grenzen, wenn sie sich die gefilmten menschlichen Abgründe anschauen müssen. Die von Münster ausgegangenen Missbrauchsfälle entsetzen die Menschen in der ganzen Republik.

Sonntag, 07.06.2020, 21:29 Uhr
Zwei Polizeiautos stehen in der Einfahrt zu einer Kleingartenkolonie. Eine Laube ist einer der Tatorte des vermutlichen Haupttäters. Foto: Marcel Kusch/dpa

Die ergangenen sieben Haftbefehle sind nur die Spitze des Eisbergs. Insgesamt gab es elf Festnahmen, gegen zwei weitere Verdächtige wird ermittelt. Für Polizei und Staatsanwaltschaft ist es eine Herkulesaufgabe, den Missbrauchssumpf trockenzulegen. Die perfiden Täter haben ihre abscheulichen Verbrechen passwortgeschützt. Sie haben brutal vergewaltigt. Und das haben sie gefilmt, gespeichert und professionell verschlüsselt. Kommuniziert und verbreitet wird über das Darknet.

Zwei der Beschuldigten sind IT-Experten. Die Missbrauchsfälle von Münster zeigen auf bedrückende Weise, wie skrupellos und widerlich die Cyber-Kriminalität ist. Die Polizei benötigt Personal, Technik, Wissen und vor allem Zeit, um den gewissenlosen Tätern im weltweiten Netz auf die gut verdeckte Spur zu kommen. Diesmal musste eine unbekannte IP-Adresse entschlüsselt werden, um das unvorstellbare Leid dieser drei kleinen Jungen zu beenden.

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