Kommentar zu den Corona-Zahlen
Optimismus reicht nicht

Deutschland hat in der Corona-Krise vieles richtig gemacht – und sich das Glück des Tüchtigen verdient. Das jedenfalls legen auch die Zahlen aus Bielefeld und dem Kreis Herford nahe.

Montag, 01.06.2020, 20:05 Uhr aktualisiert: 01.06.2020, 20:16 Uhr
Die Zahlen aus seinem Haus werden täglich mit Spannung erwartet:: Lothar H. Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI). Foto: John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Der Optimismus, den NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verbreitet, ist also nicht unberechtigt. Optimismus allein wird aber nicht ausreichen, um das Virus dauerhaft einzudämmen. Fälle wie etwa in Göttingen oder Bremerhaven zeigen, dass Treffen größerer Gruppen in geschlossenen Räumen nach wie vor riskant sind – und sich das Virus jederzeit wieder ausbreiten kann.

Nur dann, wenn solche Ausbrüche sehr frühzeitig erkannt werden, besteht die Chance, dass sich das Infektionsgeschehen weiterhin so günstig entwickelt. Warum aber ist die seit langem versprochene Warn-App – anders als in Österreich – in Deutschland noch immer nicht verfügbar? Und warum bleiben Laborkapazitäten für Hunderttausende Tests ungenutzt?

Deutschland sollte alles daran setzen, eine zweite Infektionswelle zu verhindern. Dazu gehört – bei aller berechtigten Freunde über die Zahlen – weiterhin viel Disziplin.

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