Kommentar zum Kriegsende vor 75 Jahren
Bleibende Mahnung

Nein, die Geschichte ruht nicht. Sie lässt sich auch nicht wegreden oder einsperren, wie manche Schwätzer am rechten Rand uns das weismachen wollen.

Donnerstag, 07.05.2020, 19:27 Uhr aktualisiert: 07.05.2020, 19:36 Uhr
Menschen besuchen das Sowjetische Ehrenmal in Treptow. Foto: Christophe Gateau/dpa

Das, was unsere Eltern und Großeltern in der Zeit des NS-Terrors und des Weltkriegs erlebten, das wirkt heute, nur eine oder zwei Generationen später, in den Familien nach. In Form von Schweigen, nicht beantworteten Fragen, verdrängter Schuld. Zugleich als Trauma erlebter Gewalt, als bleibender Stachel unstillbarer Trauer über totale Vernichtung, Flucht, familiäre Katastrophe, Vertreibung und Heimat-Verlust.

Die Sorgen in der Corona-Krise überdecken in diesem Jahr den Gedenktag des 8. Mai, den Tag der Befreiung von NS-Terror und industriellem Morden . Aber nicht allein die sorgfältig drapierten Kränze, nicht die bedeutungsschweren Reden sind an diesem Tag das Entscheidende.

Nur wer in Stille und Einkehr einmal für sich ganz persönlich das bedenkt, was Menschen sich in jenem von Deutschland entfachten Weltenbrand angetan haben, wer dabei auch die eigene, ganz persönliche Familiengeschichte in den Blick nimmt, wird zu dem klaren und ehrlichen Bekenntnis kommen: „Nie wieder!“

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