Leitartikel zu Corona und der Zeitung Danke für Ihr Vertrauen!

Es ist ein besonderes, es ist ein denkwürdiges Osterfest. Man hofft, dass es einen Wendepunkt markieren wird in der Corona-Krise, die unsere Gesellschaft, unser Land und die ganze Welt in Atem hält. Die Christenheit feiert mit der Auferstehung Jesu ihr höchstes Fest. Welche eine Symbolik in einer Zeit, da viele Menschen sich nichts sehnlicher wünschen als die Rückkehr, als die „Auferstehung“ ihres gewohnten und vertrauten Lebens.

Von Ulrich Windolph
Bunte Ostereier an einem Forsythienstrauch.
Bunte Ostereier an einem Forsythienstrauch. Foto: Ulrich Perrey/dpa

Seriöse Informationen von Leuten vor Ort, die sich auskennen, sind in diesen Tagen ein besonders hohes Gut.

Auch für uns Zeitungsleute hat sich mit der Corona-Krise vieles verändert. Gerade deshalb freut uns sehr, dass viele unserer Leserinnen und Leser mit unserer Arbeit zufrieden sind. Die Kraft, die im Lokal- und Regionalzeitungsjournalismus steckt, ist in dieser Phase, die uns alle belastet und in der kaum jemand frei von Sorgen ist, besonders zu spüren. Verlässliche und seriöse Informationen von Leuten vor Ort, die sich auskennen, sind ein hohes Gut, dem dieser Tage neue Wertschätzung zu Teil wird. Nicht „Fake News“, sondern Fakten – das ist es, was zählt.

Natürlich gibt es auch Kritik, erscheinen wir manchen in un­serer Berichterstattung zu „regierungskonform“. Doch erhalten wir in diesen Tagen vor allem positive Rückmeldungen und viel Zuspruch. Das tut gut angesichts der großen Herausforderungen und der Schwierigkeiten, die unseren Arbeitsalltag aktuell belasten, und ist zusätzlicher Ansporn für uns.

Erst recht, da sich mit der Corona-Krise für Sie, für alle unsere Leserinnen und Leser, das Bild Ihrer Zeitung verändert hat. So mussten wir, aufgrund dieser Ausnahmesituation, Ausgaben zusammenfassen. Dadurch hat sich die Zahl der Lokalseiten aus Ihrem unmittelbaren Lebensumfeld verringert, auch die Reihenfolge ist mitunter ungewohnt. Dafür finden Sie zusätzliche Berichte aus Städten und Gemeinden, die bisher nicht täglich in Ihrer Ausgabe zu finden waren.

Für all das gibt es triftige Gründe. Auch unseren Verlag hat die Corona-Krise mit voller Wucht getroffen – und zwar journalistisch wie betriebswirtschaftlich. Das öffentliche Leben ist zum Erliegen gekommen, so fehlen uns fast durchgängig die Veranstaltungen und Termine, über die un­sere Redakteurinnen und Redakteure vor Ort in gewohnten Zeiten umfangreich berichten würden. Zugleich sind die Anzeigenbuchungen in Folge der Pandemie massiv zurückgegangen.

Wir kämpfen also an zwei Fronten: Zum einen geht es darum, Sie umfassend zu informieren – Nachrichten, Hintergründe, Kommentare und Leitartikel zu bieten und alles im Blick zu haben, was lokal, also direkt bei Ihnen vor Ort geschieht. Dabei bleibt es unser Ziel, so verantwortungsvoll wie streitbar und so kritisch wie konstruktiv zu berichten. Und zwar in der gedruckten Zeitung wie über un­sere digitalen Kanäle. Gleichwohl können wir nicht die „normale“ Menge an Seiten aus einzelnen Städten und Gemeinden bieten – ganz einfach, weil die Zeiten nicht normal sind. Das gilt auch vor dem Hintergrund, dass unsere Unterneh­mens­­gruppe aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen war, Kurzarbeit anzumelden – und zwar für alle Bereiche des Verlages.

An unserer Verpflichtung und unserem Selbstanspruch, Sie als unsere Leserinnen und Leser bestmöglich zu informieren, ändert das nichts. Viele un­­­serer Kunden möchten auf die gedruckte Zeitung nach wie vor nicht verzichten. Das freut uns sehr. Zugleich sind wir froh, Ih­nen mit unseren digitalen Kanälen eine ideale Ergänzung bieten zu können. Gerade in der aktuellen Situation, in der sich die Nachrichtenlage schnell ändern kann und das, was eben noch als richtig galt, plötzlich nicht mehr stimmt.

Selbstverständlich unterlaufen auch uns dabei Fehler. Das ärgert uns sehr – und trotzdem sind wir so selbstbewusst zu sagen, dass sich die Leistungen unserer Redaktionen, die sich in der gedruckten Ausgabe wie auch auf unserer Internetseite, in der NewsApp, den sozialen Netzwerken sowie in der eZeitung widerspiegeln, sehen lassen können. Und deshalb gilt: Ohne Bezahlung geht es nicht.

Unabhängiger und professioneller Journalismus hat seinen Preis, deshalb kann und darf er nicht kostenlos sein.

Auch wir müssen von unserer Ar­beit leben können – jeder Mitarbeiter ganz persönlich und der gesamte Verlag. So ist es für uns selbstverständlich, dass wir un­sere Inhalte nicht verschenken – egal, ob wir sie gedruckt oder digital anbieten. Unabhängiger und professioneller Journalismus hat ei­nen Wert und einen Preis – er kann und darf also nicht kostenlos zu haben sein. Wir wollen gewiss kein Geschäft mit dieser Krise machen, aber wir müssen auch in dieser Krise Geld verdienen, da unsere Existenz – anders als beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk – nicht durch Gebühren gesichert ist.

Alle Mitarbeiter in Verlag und Redaktion setzen alles daran, dass Sie als unsere Kundinnen und Kunden zufrieden sind. Doch ist es ein Gebot der Ehrlichkeit, die Dinge beim Namen zu nennen und nichts zu versprechen, was nicht zu halten ist. Nicht anders als Sie sehnen wir das Ende der Corona-Krise herbei. Und zwar zuerst einmal im Sinne der Gesundheit aller Menschen. Natürlich aber auch, um wieder in vollem Umfang und so Zeitung machen zu können, wie Sie es kennen und wie wir es lieben.

Noch brauchen wir im Kampf gegen das tückische Virus alle zusammen Ausdauer, Disziplin und Geduld. Liebe Leserinnen und Leser, auch in schwerer Zeit wollen und werden wir an Ihrer Seite stehen. Zugleich hoffen wir auf Ihr Verständnis und auf Ihre Treue. Wir wünschen Ihnen in diesem besonderen Jahr ein besonders frohes Osterfest. Und: Bitte bleiben oder werden Sie gesund!

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