Kommentar zu den Maßnahmen gegen die Coronavirus-Verbreitung
Exit – mit Klebeband

Dann ist eben Schluss mit der deutschen Händedruck-Praxis. Mit der ach so vornehm-mondänen Küsschen-rechts-Küsschen-links-Gesellschaft. Mit dem Drängeln und Quengeln an der Brötchen-Theke.

Dienstag, 07.04.2020, 21:16 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 21:20 Uhr
Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz. Die Landesregierung berichtet über die aktuelle Lage und die Maßnahmen im Rahmen der Corona-Pandemie. Foto: Federico Gambarini/dpa

Die Corona-Pandemie wird unser Leben, unseren Alltag massiv verändern. Das Klebeband auf dem Boden vor den Supermarkt-Kassen – es wird bleiben. Und wir werden uns daran gewöhnen – müssen. Dauerhaft.

Auch ohne die vielen Ordnungskräfte, die uns allen plötzlich überall auf die Finger schauen. Wo waren die eigentlich in der Zeit vor Corona, um uns vor Kleinkriminalität und Vandalismus zu schützen?

Wir sind auch an den Osterfeiertagen besonnen, mag uns das herrliche Wetter noch so in Versuchung führen. Das ziehen wir jetzt durch – andernfalls würden wir uns selbst um die Früchte der zurückliegenden Artigkeit bringen.

Es mag zynisch klingen: Aber was nutzt das lange Warten auf die Volksgesundheit, wenn bis dahin die Wirtschaft mausetot am Boden liegt? Ja, Ostern wird zur Bewährung fürs Volk, dann aber ist die Politik am Zuge.

Kommentare

Paul Schneider  wrote: 08.04.2020 07:39
Exit
Die Einschränkungen interessieren mich nur periphere. Denn das dicke Ende kommt noch. Ob nun mit oder durch das Coronavirus ist sekundär. Jetzt wird deutlich, dass die Euro-Krise nie verschwunden war. Was wir seit der Finanzkrise 2008 erlebt haben, war eine gezielte und verantwortungslose Strategie. Und ich behaupte, dass Europa "im letzten schönen Sommer tanzt". Und wir müssen feststellen, dass sich das EU-Staatsschuldendebakel und der Waehrungsflop namens Euro immer schneller in einen Spaltpilz verwandelt, der die Europaeische Union in Schutt und Asche legen könnte. Schon kreist das Schreckgespenst der Hyperinflation als Verkettung wirtschaftlicher, sozialer und politischer Umstände durch Europa. Den Eingriff in die Grundrechte erleben wir Zeit. Und wir müssen mit noch mehr Einschränkungen rechnen. Der internationale Handel wird weiter einbrechen. Die Arbeitslosigkeit wird bis zu 10 Millionen steigen Es könnte zu drastischen Lohnkürzungen kommen. Gleichzeitig steigen die Beiträge zur Sozialversicherung. Die Renten werden gekuerzt u.v.a.m. Doch alle diese Massnahmen nützen nichts. Der Wohlfahrt-und Sozialstaat kann nicht mehr finanziert werden. Die Sozialtransfers werden zusammenbrechen. Und auch der Mittelstand wird verarmen. Viele können ihre Hypothekenkredite heute schon nicht mehr bezahlen. Die Preise für Fleisch, Milch, Gemüse und Brot werden m. E. ueber 60% steigen. Und wir werden eine Reichen-Armen-Medizin erleben. Dagegen sind die Klebestreifen Peanuts.
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