Meinung
Die Ignoranten bloßstellen

Wer mich am Donnerstag im Supermarkt erlebt hat, mag einen schlechten Eindruck von mir bekommen haben. Am Gemüsestand habe ich eine alte Frau durch meinen Mundschutz hindurch zurechtgewiesen, als sie an mir vorbei nach Tomaten griff. In der Kühlabteilung wurde eine Mutter mit zwei Kindern Opfer meines Unmuts, und an der Kasse ein Paar mittleren Alters.

Freitag, 03.04.2020, 06:18 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 08:16 Uhr
In vielen Supermärkten weisen Aufkleber auf die neuen Regeln hin. Foto: dpa

Dabei hatte der Supermarkt alles richtig gemacht: Schilder wiesen auf den Mindestabstand hin, auf den Boden geklebte Pfeile machten die Regalgänge zu Einbahnstraßen, und ständige Durchsagen sorgten dafür, dass niemandem die Regeln entgehen konnten.

Nur: Vielen sind Abstandsvorschriften und Kontaktverbote völlig egal, das weiß auch die Polizei: 6000 Verstöße fielen ihr in nur einer Woche in NRW auf, zwei Drittel der Erwischten waren Erwachsene.

Müssen erst Kühllaster vor Altenheimen stehen, bevor der letzte Tumbe begreift, um was es geht? Die Egoisten, die man jetzt vielerorts sieht, gefährden Menschen. Und sie sorgen dafür, dass der Ausnahmezustand für alle länger dauert als nötig. Also: Seien Sie mutig! Machen Sie den Mund auf, wenn Sie einen dieser Ignoranten erleben!

Kommentare

Twinnie  wrote: 04.04.2020 09:33
Ich verstehe nicht so recht wieso es hier Stimmen gibt die meinen man müsste freundlich sein. Nein... muss man nicht. Dieser Regeln gibt es jetzt seit ca. 2 Wochen und werden in den Medien rauf- und runtergebetet. In den Supermärkten gibt es Hinweisschilder noch und nöcher und trotzdem interessiert es relativ viele Leute nicht die Bohne. Nur 2 Leute gleichzeitig in der Apotheke... egal... laufen trotzdem rein. Abstandsregel im Supermarkt 2m... interessiert nicht... die drängeln sich trotzdem noch an einem vorbei um 3 Sekunden schneller an der Butter zu sein. Abstandsbalken auf dem Boden bei den Kassen... interessiert nicht... da wollen Leute noch immer mit einem kuscheln und atmen ihren Mitmenschen in den Nacken.
Mit Freundlichkeit kommt man bei solchen Leuten die es bis jetzt immer noch nicht geschnallt haben nicht weiter... da sind deutliche Ansagen gefragt. Kuschelkurs ist nicht mehr.
Patrick Welit  wrote: 03.04.2020 19:40
Einfach mal freundlich sein
Liebe Mitmenschen,

versucht es doch mal mit Freundlichkeit und erklärt den Leuten warum es so wichtig ist.

Mit Mundschutz und Handschuhen ausgestattete Bauernweisheiten und Unhöfliches Verhalten machen es uns nur schwerer.

Wenn mich einer so anblaffen sollte, dann werde ich ihn ganz fest drücken.

Seit lieb zu einander. Von dem Beitrag hätte ich mir mehr Vorbild-Funktion gewünscht. Schade
Christian Althoff  wrote: 03.04.2020 16:12
Kinder schützen
@ Queenie: Es ging nicht darum, dass die Mutter mit ihren beiden Kleinkindern (die im Einkaufswagen saßen) im Supermarkt war. In meinem Fall ging es darum, dass ich etwas aus dem Kühlregal nahm, die Mutter mit ihren Kindern zu mir kam und direkt neben mir ins Regal griff. So traurig das ist: Gerade als Alleinerziehende sollte man doch bemüht sein, sich im Interesse der Kinder zu schützen (und die Kinder sowieso).
Queenie  wrote: 03.04.2020 14:58
Mal an Alleinerziehende gedacht?
Als Alleinerziehende frage ich mich, ob Sie die betreffende Mutter vor dem Anblaffen denn wenigstens erst mal gefragt haben, ob sie die Möglichkeit hat, ihre Kinder während der Zeit des Einkaufs irgendwie betreuen zu lassen (ohne dabei die Großeltern zu gefährden oder sonstwie gegen das Kontaktverbot zu verstoßen). Genau diese Möglichkeit haben nämlich sehr, sehr viele Alleinerziehende aktuell NICHT. Und erleben eben solche Situationen beim Einkaufen, werden angegangen, weil sie ihre Kinder dabei haben. Aber WAS sollen sie denn mit ihnen machen, wenn sie niemanden haben?
A.H.  wrote: 03.04.2020 14:19
Für eine Mundschutzpflicht
Die Erlebnisse von Herrn Schneider zeigen deutlich, wie nötig die Einführung einer Mundschutzpflicht ist. Ich habe mir fest vorgenommen, deutlich meine Meinung zu sagen, falls mir jemand beim nächsten Einkauf zu dicht auf die Pelle rückt.
HansWurst  wrote: 03.04.2020 13:56
Ignoranten
Ich hab auch solche Ignoranten im Haus.Hoffe die liegen endlich bald flach.Die Partnerinnen von auswärts kommen weiterhin oder bei Andern Enkel und Urenkel.Könnte ausrasten bei so viel Hirnlosigkeit
Christian Ernst  wrote: 03.04.2020 12:46
Lieber Herr Althoff,

Sie haben sich während eines Supermarktbesuchs 3 mal aufregen müssen. Schützen Sie doch auch Ihre Nerven und beschränken sich auf größere Verfehlungen der "Ignoranten" (sh. das Pflaumen-/ Nießbeispiel von Herrn Schneider). Verpauschalisieren Sie nicht. Vielleicht haben auch diese "Ignoranten" ihr Päckchen zu tragen und können mit der ungewohnten Situation nicht so souverän umgehen wie Sie.
corönchen  wrote: 03.04.2020 10:27
Nur zum Vergleich:
80 000 000 Menschen in Deutschland, davon sterben 930 000 pro Jahr, somit 2 600 pro Tag.
Zahl zeigt bisher jedes Jahr unm ca. 2% wegen der Überalterung.
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