Kommentar zu Sterbefällen in einem Paderborner Altenheim
Es geht um Leben und Tod

Es ist eine Tragödie: Ausgerechnet dort, wo ihnen Schutz und Pflege in besonderem Maße zuteil wurden, sind zwei Menschen aus einem Paderborner Altenheim nach einer Corona-Infektion gestorben. Für die Angehörigen wie für das betreuende Personal ist das gleichermaßen schockierend.

Dienstag, 31.03.2020, 20:43 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 06:08 Uhr
Das Perthes-Haus in Paderborn. Foto: Jörn Hannemann

Wer nun mit dem Finger auf das Heim zeigt und dort nach Schuldigen sucht, der macht es sich zu leicht. Einen Mangel an Schutzvorkehrungen habe es jedenfalls nicht gegeben, wie der Heimbetreiber beteuert. Vielmehr machen die Todesfälle in dramatischer Weise deutlich, wie rasant sich das Virus auszubreiten vermag.

Für jeden Einzelnen sollten die Todesfälle Mahnung sein, die am meisten Gefährdeten mit aller Macht zu schützen. Betagte und kranke Menschen in Heimen oder in häuslicher (Selbst)isolation brauchen viel Zuspruch. Dazu gibt es das Telefon. So schmerzlich sie auch vermisst werden: Das Küsschen des Enkelkindes, die Umarmung von Sohn und Tochter, der gemeinsame Spaziergang im Park sind tabu. Wie sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet vor zwei Wochen: „Es geht um Leben und Tod – so einfach ist das. Und so schlimm.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Kommentare

Paul Schneider  wrote: 01.04.2020 10:46
Leben und Tod
Wenn hier behauptet wird, dass die beiden Patienten an dem Corona-Virus gestorben sind, dann gehe ich davon aus, dass bei beiden eine Autopsie durchgeführt wurde. In diesem Zusammenhang stelle ich die Frage, wer den Corona-Schnelltest auf Richtigkeit überprüft hat? Mit dem "Elise-Test" kann ich doch jede beliebige Seuche produzieren. Also sind m. E. die Vorwürfe gegen die Pflegeeinrichtung völlig unbegründet. Wie will man denn beweisen, dass die Einrichtung farhlässig oder sogar grobfahrlässig gehandelt hat. Das hier der Tod eines Menschen eine schmerzliche Angelegenheit ist, bleibt unbestritten. Und ist hier die Kirche gefordert, den Angehörien jeglich Art von Hilfe zukommenzulassen? Denn wenn der/die Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes eine "reine Seele" hatte, dann wird er doch nach der christlichen Lehre das "Reich Gottes" schauen.
beholder  wrote: 31.03.2020 22:40
Ach so?
Wer ohne jedes Hinterfragen den Beteuerungen der Heimleitung glaubt, der macht es sich ebenfalls zu leicht. Darüber zu befinden ist letztlich die Aufgabe der Staatsanwaltschaft. Zumal es berichteweise durchaus so war, dass es in einigen Heimen zuletzt an der Durchsetzung der angeordneten Maßnahme gemangelt habe. Da betagte Menschen praktisch die Hauptrisikogruppe darstellen, ist sowieso nicht zu verstehen, warum überhaupt noch Besucher in die Heime gelassen wurden.

(Ein Zeitungskommentar sollte übrigens mit dem Namen des Kommentators versehen sein. Nur mal so am Rande.)
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