Kommentar zum Alltag in den Zeiten des Coronavirus Die lieben Gewohnheiten

Klinikleitungen diskutieren, ob und in welchen Rhythmen ihr für die medizinische Versorgung von Patienten notwendiges Personal im Verdachtsfall noch in Quarantäne geschickt werden kann. Firmen, Schulen und Verwaltungen beschränken Kontakte ihrer Mitarbeiter auf das unbedingt Notwendige. Maßnahmen, die helfen sollen, im Kampf gegen das Coronavirus Zeit zu gewinnen.

Von Frank Polke
Ärztin mit mit Abstrichbesteck in einem Medizinischen Versorgungszentrum in Hessen.
Ärztin mit mit Abstrichbesteck in einem Medizinischen Versorgungszentrum in Hessen. Foto: dpa

Zeit, die Forscher, Ärzte und Firmen benötigen, um wirksame Medikamente zu entwickeln, zu testen und auf den Markt zu bringen. China – sonst wahrlich kein Vorbild – hat gezeigt, dass mit rigiden Methoden das Virus einzudämmen ist. In Frankreich, Dänemark und der Schweiz werden zumindest alle Großveranstaltungen abgesagt. Dazu gehören auch und gerade Fußball-Spiele.

Eine Entscheidung, die die Verantwortlichen in Deutschland so noch nicht getroffen haben. Diese (Spaß-)Gesellschaft kann sonst ein ganzes Wochenende trefflich und sorglos über die Frage diskutieren, ob Bayern München nun den richtigen Trainer hat oder nicht. Dies ist ein Ausweis für Glück, an das wir uns gewöhnt haben. Zur Gefahr genau für dieses Glück wird diese Haltung aber dann, wenn sie handlungsunfähig in ihren lieben Gewohnheiten verharrt.

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