Kommentar zu den Folgen des Coronavirus für die Wirtschaft Kein Paket, sondern gezielte Hilfe

In in den Zeiten des Coronavirus können Maschinen vielleicht wegen eines fehlenden Teils aus Asien nicht fertiggestellt werden. An anderer Stelle stockt der Transport eines Produkts, vielleicht eines fertigen Möbelstücks, nach Übersee. Und ein Hotel muss wegen der Absage einer Messe Buchungen stornieren. Das kann in Betrieben natürlich zu großen Problemen führen. Kein Zweifel! Nur hilft diesen Unternehmen kein Konjunkturprogrogramm, selbst wenn es vom Staat noch so großzügig ausgestattet würde.

Von Bernhard Hertlein
Das Coronavirus bremst den Welthandel aus. Das Bild zeigt den Transport eines Containers in Cuxhaven.
Das Coronavirus bremst den Welthandel aus. Das Bild zeigt den Transport eines Containers in Cuxhaven. Foto: dpa

Was diesen Betrieben allerdings helfen kann, sind günstige und unbürokratisch verfügbare Überbrückungskredite, mit denen sie eine vorübergehende Liquiditätslücke ausgleichen können.

Mindestens ebenso wichtig ist eine, auf die Folgen des Coronavirus abgestimmte Kurzarbeitsregelung. Sie hat der deutschen Industrie schon einmal über eine Rezession hinweggeholfen, die 2008 im Vergleich zu der jetzt wohl bevorstehenden viel tiefer gegangen ist. Sie hat für die Beschäftigten den Vorteil, dass sie ihren Job behalten, und für die Unternehmen, dass sie ihre Fachkräfte, die sie dann brauchen, wenn die Konjunktur wieder anspringt, nicht vorher verlieren.

Auch in Zeiten wie diesen, in denen die Probleme für die Betriebe mit den Händen zu greifen sind, spielt die Psychologie in der Wirtschaft eine große Rolle. Unternehmer, die davon ausgehen, dass es nach einer kurzen Zeit der Stagnation schon in der zweiten Jahreshälfte, wieder aufwärts gehen wird, verhalten sich anderes als jene, die – vom Corona-Angstvirus angesteckt – in unnötige Panik verfallen. Ihr – falsches – Verhalten hat nämlich Auswirkungen auf die Zulieferer, auf die Kunden, auf Unternehmen in ihrer Umgebung und nicht zuletzt auf die große Gruppe der Verbraucher, zu denen auch ihre Mitarbeiter zählen.

Das Gefährliche am Coronavirus ist, dass es Aufmerksamkeit von eigentlich wichtigen unternehmerischen Entscheidungen abzieht. Sie sind aber nötig, um die Strukturkrisen zu steuern, die als Folge von Digitalisierung, Globalisierung und der Maßnahmen zum Klimaschutz viele Branchen erfasst haben.

Hier ist der Punkt, wo staatliche Hilfen etwa zur Förderung von Innovationen notwendig sein können. Ein Blick auf die Internetbranchen, die von großen US- und China-Konzernen beherrscht werden, zeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist.

Kommentare

Corona-Wirtschaft

Das Gefährliche für die Wirtschaft ist, dass das Virus erhebliche Auswirkungen auf die Globalisierung haben wird. Und dass in naher Zukunft die Diskussion entfacht wird, dass Bargeld eine Infektionsträger ist.

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