Kommentar zur Wahl von Bodo Ramelow
Ins Ziel gerettet

Die Fähigkeit zur politischen Kunst ist den Kräften der Mitte in Erfurt nicht ganz abhandengekommen. Das ist die gute Nachricht nach einer Vielzahl negativer Entscheidungen und Wirrungen.

Donnerstag, 05.03.2020, 07:57 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 09:16 Uhr
Erfurt: Der neu gewählte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) spricht bei der Ernennung der Minister. Foto: Martin Schutt/dpa

Die Taschenspielertricks der AfD-Flügeltruppe um Björn Höcke gingen am Mittwoch ins Leere. Den politischen Brandstiftern, die die Demokratie und ihre Institutionen erst verächtlich machen und sie dann beseitigen wollen, war kein zweiter Triumph vergönnt.

Ein später, ein schwacher Trost. Die dummdreiste Wahl des FDP-Ministerpräsidenten Kemmerich vor einem Monat bleibt ein Schandfleck – mit Langzeitwirkung weit über Thüringen hinaus.

In den Parteien waren diese Fliehkräfte schon lange angelegt. Die CDU wirkte unter Annegret Kramp-Karrenbauer desorientiert, ohne Autorität. Die FDP steht nach dem Ausstieg aus dem Jamaika-Bündnis an der Schwelle der politischen Bedeutungslosigkeit. SPD, Grüne und Linkspartei mögen zwar in Erfurt einen im Land beliebten und wenig furchteinflößenden linken Ministerpräsidenten aufs Schild heben können. Die nur mühsam gelungene Wahl zeigt: Als Blaupause für Deutschland taugt es jedenfalls nicht.

Kommentare

Paul Schneider  wrote: 05.03.2020 09:59
Ins Ziel gerettet
Was da gestern in Thüringen passierte kann kein Ziel der Demokratie sein. Wenn ein ehemaliger Ministerpraesident vor der Abstimmung fordert, wie CDU und FDF "abstimmen" sollen, dann ist das keine Wahl, sondern ein "Deal" ala Trump. Nach der "Erschiessungsdiskussion" auf dem Parteitag der Linken, ist es fuer mich klar geworden, dass wir es mit einer SED-Linken zu tun haben. Das ist DDR. 2.
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