Kommentar zu den Schmähungen gegen Dietmar Hopp Mit aller Konsequenz dagegenhalten

Seit dem Wochenende ist klar: Teile der Fanszene wollen die Machtprobe mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Für sie sind das Fadenkreuzplakat und die Schmähkritik gegen Hoffenheims Dietmar Hopp zum Symbol gegen Kollektivstrafen geworden. Nicht erst jetzt rächt sich, was seit Jahrzehnten versäumt wurde.

Von Oliver Kreth
Dietmar Hopp (links), Mäzen der TSG 1899 Hoffenheim, auf der Tribüne in Sinsheim.
Dietmar Hopp (links), Mäzen der TSG 1899 Hoffenheim, auf der Tribüne in Sinsheim. Foto: Tom Weller/dpa

Inakzeptable Verhaltensweisen rund um des Deutschen liebste Sportart wurden banalisiert, teilweise sogar romantisiert. Von den Vereinen, von Medien, bis hin in die DFB-Spitze. In diesen sich dadurch ständig auswachsenden Räumen diffusen Rechtsverständnisses wurde für einen immer größer werdenden Teil der Fanszene die Selbstinszenierung wichtiger als alles andere: „Nicht das Spiel ist das Ereignis, sondern wir sind es.“ Das ist die Botschaft, die an diesem Wochenende von erschreckend vielen Tribünen gesendet wurde.

Es wurde höchste Zeit

Die Vertreter des FC Bayern München haben sich in Sinsheim vorbildlich verhalten. Doch schon am Tag danach wurde klar: Das reicht nicht. Diese Machtprobe ist nur dann zu gewinnen, wenn Verbände und Vereine langfristig und konsequent vorgehen – auch wenn es mal den eigenen Klub schmerzt. Und: Der Drei-Stufen-Plan des internationalen Fußball-Verbandes Fifa reicht nicht, um dieser Auswüchse Herr zu werden. Er lässt den Chaoten zu viel Spielraum.

Das solidarische Verhalten gegenüber Dietmar Hopp war richtig und wichtig. Auch bei rassistischen Auswüchsen ändert sich das Verhalten in Stadien, die Anständigen melden sich laut zu Wort. Es wurde höchste Zeit. Und doch kann das alles nur ein Anfang sein.

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