Meinung
Zeichen der Ächtung

Nicht immer ist der Ruf nach schärferen Strafen nur ein schlichter politischer Reflex. Der Vorstoß von Familienminister Joachim Stamp folgt vielmehr dem Gedanken, dass das Strafmaß Ausdruck der gesellschaftlichen Ächtung sein muss.

Mittwoch, 05.02.2020, 11:42 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 13:26 Uhr
Schatten von Händen einer erwachsenen Person und dem Kopf eines Kindes sind an einer Wand eines Zimmers zu sehen. Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Ermittlungen und der Prozess zum massenhaften sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde haben hierüber eine tiefgreifende und überfällige Diskussion über den Schutz vor Übergriffen in Gang gesetzt. Dass dieser Schutz Lücken hat, ist schmerzlich offenbar geworden.

Das gilt für den Umgang mit Alarmsignalen oder Hinweisen. Es zeigte sich auch im ersten Urteil im Fall Lügde: Dass ein Mittäter, der Missbrauchstaten „bestellt“ und via Internet zugesehen hat, mit einer Bewährungsstrafe davon kam, ist schwer einzusehen.

Mit ihrer Bundesratsinitiative zieht die Landesregierung eine wichtige Grenze im Strafrecht ein: Bei sexueller Gewalt gegen Kinder darf es im Strafrahmen keine Luft nach unten geben. Das muss eine von vielen noch notwendigen Konsequenzen sein, die die in Lügde und Bergisch Gladbach aufgedeckten Missbrauchsserien regelrecht erzwingen.

 

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