Kommentar zum Lebensmittel-Gipfel
Die Gesetze des Marktes

Das Motoröl für das Auto – darf ruhig vom Besten sein. Die Fernreise auf die Seychellen – da wird nicht auf den Euro geschaut. Doch beim Einkaufen im Supermarkt oder auch beim Metzger richtet sich die Kaufentscheidung des deutschen Verbrauchers allzu oft ausschließlich nach dem Portemonnaie.

Dienstag, 04.02.2020, 08:58 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 09:02 Uhr
Symbolbild. Foto: Jens Büttner/dpa

Natürlich ist Sparen an sich kein verwerfliches Motiv, sondern in vielen Familien notwendig. Doch der Blick auf die Entscheidungskette zwischen Landwirt als Hersteller, Handel als marktbeherrschende Zwischeninstanz und Verbraucher als Entscheider ist unerlässlich. Gerade deutsche Bauern können (aus vielen ethischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gründen) nicht mit den Preisen brasilianischer Rinderzüchter oder weißrussischer Geflügelzüchter konkurrieren. Ihre Ware hat ihren Preis verdient. Die Entscheidung, ob es in Zukunft noch Höfe in Borken, Brochterbeck oder Paderborn gibt, trifft der deutsche Verbraucher.

Der unter medialem Scheinwerferlicht abgehaltene Lebensmittelgipfel ist lobenswert und schadet der Karriere von Frau Klöckner nicht. Die geltenden Markt­gesetze hebelt das Treffen aber ganz bestimmt nicht aus.

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