Kommentar zu Kindesmissbrauch
Tatort Internet

Bei allem, was das Internet täglich Gutes hervorbringt – für abertausende Kinder auf der ganzen Welt macht es das Leben zur Hölle. Denn bevor es das weltweite Netz gab, hatten Pädokriminelle viel weniger Möglichkeiten, Kontakt zu potentiellen Opfern zu bekommen. Und sich mit gleichgesinnten Tätern auszutauschen, war nahezu unmöglich. Wie sollten sie die auch finden?

Montag, 13.01.2020, 04:05 Uhr aktualisiert: 13.01.2020, 05:01 Uhr
Aktenordner auf dem Tisch eines Anwaltes im Lügde-Prozess. Foto: Bernd Thissen/dpa

Längst sind Pädokriminelle eine weltweite, große Gemeinschaft, vereint im Netz. Dort Missbrauchsfotos und Videos auszutauschen ist Alltag. Die Perversion geht aber viel weiter. Pädokriminelle Deutsche bestellen in Südostasien bei Gleichgesinnten die Vergewaltigung von Kindern und sehen dann per Webcam zu.

Es ist gut, dass NRW den Kampf gegen Missbauch und Kinderpornografie oben auf die Agenda der Polizei gesetzt hat. Aber das reicht nicht. In den USA müssen Internetanbieter Fotos, die im Netz verschickt werden, mit einer Kinderpornodatenbank abgleichen. Warum gibt es das bei uns noch nicht? Und warum haben wir noch immer keine funktionierende Vorratsdatenspeicherung?

Vielleicht würde es helfen, wenn man Politiker verpflichtete, sich mal ein solches Video anzusehen.

Kommentare

Michael Heß  wrote: 13.01.2020 07:57
Sinnlose Forderung nach Überwachung
Auch bei solch sensiblen Themen wie Kinderpornographie sollten die Forderungen an die Politik mit Augenmaß gestellt werden. Einsicht und anlasslose automatische Durchleuchtung eines Großteil unserer digitalen Kommunikation - wie im Kommentar von Herrn Althoff gefordert - geht da deutlich zu weit.

Pädophilie ist keine Erfindung des Internetzeitalters. Wenn man der Logik des Kommentar folgt hätte man auch bereits vor 30 Jahren das Briefgeheimnis abschaffen müssen, damit staatliche Stellen die Post der Bürger kontrollieren können. Wir erinnern uns: das gab es bis '89 schon einmal und kam nicht gut an.

Des weiteren ist die Forderung auch nutzlos, weil eine solche Einsicht in Nutzerdaten sowieso zu kurz greift. Stand heute hat jeder Interessierte kryptographische Werkzeuge im Zugriff, die eine Einsicht technisch unmöglich machen. Wer nicht möchte das seine Daten/EMails mitgelesen werden, verschlüsselt diese halt. Da schaut dann weder der BND, FSB oder die NSA noch irgendwie rein. Selbst gezielt nicht, und erst recht nicht im Rahmen eines automatisierten Verfahrens.

Die Lösung gegen Pädophälie ist daher nicht die Verbreitung zu bekämpfen und als Kollateralschaden die vollumfängliche digitale Überwachung der Bevölkerung zu fordern. Es muss bei den Produzenten an der Quelle angesetzt werden.
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