Kommentar zu Unfällen mit E-Scootern
Ein gefährliches Spielzeug – mehr nicht

Ob Paris, Hamburg, Berlin oder Bielefeld – Klagen über E-Scooter gibt es vom ersten Tag an. Das bei der Einführung im Sommer als ökologische Alternative zum Auto in der Stadt gepriesene Gefährt hat längst seine Unschuld verloren – zumindest dann, wenn es um die Leihfahrzeuge geht, die derzeit die Mehrheit der E-Roller stellen dürften.

Donnerstag, 09.01.2020, 20:55 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 20:58 Uhr
Symbolbild. Foto: Wolfgang Wotke

Diese liegen nicht nur allzu oft auf Bürgersteigen herum und behindern so die ökologischste aller Fortbewegungsarten: das Laufen. Und die E-Roller, deren Einsatz sich im derzeitigen Verleihmodell im Wesentlichen auf den Innenstadt-Kern beschränkt, ersetzen dort doch meist nicht das Autofahren, sondern eher die Nutzung von „Schusters Rappen“. Bedenkt man dann noch, dass alle Leih-Scooter regelmäßig von Helfern in Minivans eingesammelt, aufgeladen und wieder ausgeteilt werden müssen ... Da sind die Leihfahrräder, denen die E-Scooter etwa in Paris und Hamburg Konkurrenz machen, deutlich umweltfreundlicher.

Sicherer als die Roller sind die Räder ohnehin. Kleine Reifen, extrem direkte Lenkung und aufrechte Fahrposition bergen Gefahren gerade für ungeübte Fahrer, die das neue Städter-Spielzeug zum Spaß einmal ausprobieren. Die Unfallstatistik spricht für sich, insbesondere, dass ein weit überwiegender Anteil der dort aufgelisteten 116 schweren Unfälle – binnen weniger Monate und allein in Nordrhein-Westfalen – als vom Scooter-Piloten verschuldet gilt. Um von den geahndeten 1500 Ordnungswidrigkeiten erst gar nicht zu reden.

Nein, so wie sie bisher verwendet werden, sind die E-Scooter kein Vorteil für die Großstadt – weder verkehrspolitisch noch ökologisch. Aber Spaß macht das Fahren schon ...

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