Kommentar zur CSU, die sich für 2021 neu aufstellen will Schein und Sein

Für eine (bundesweit gerechnet) Sechs-Prozent-Partei war die Gästeliste bei der Winterklausur der CSU-Landesgruppe wieder mal überraschend hochkarätig: Zwei Staatspräsidenten, die EU-Kommissionspräsidentin, die Verteidigungsministerin, führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Angesichts des numerischen Gewichtes der CSU im Bundestag müsste sich eigentlich die Frage stellen, ob hier Schein mit Sein verwechselt wurde. Doch noch schafft es die Regionalpartei, sich auch national an den Schalthebeln der Macht zu halten.

Von Gregor Mayntz
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Das hat auch mit ihrem Antreiber- Image zu tun. Das Rentensystem mit einer Kapitalstütze zu stabilisieren, in die der Staat pro Kind und Monat hundert Euro steckt, das Wachstum der Start-ups mit einem Hundert- Milliarden-Anleihefonds zu pushen, die Unternehmenssteuern zu senken. Diese Forderungen der Klausur sind alles andere als solide finanziert. Aber sie unterstreichen den CSU-Anspruch, mehr sein zu wollen als das konservativste Korrektiv in Koalitionen. Unter Parteichef Markus Söder achtet die CSU stärker darauf, modern zu wirken und in einer sich stark wandelnden Gesellschaft mit neuen Prioritäten als ernst zu nehmende Kraft erkennbar zu sein. Die vielzitierte Symbiose von Laptop und Lederhose hat ausgedient. Unter Söder geht es um Biene und Bierzelt. Und für die CSU wird es immer schwerer, ihre frühere Ausnahmestellung zu behalten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7179523?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F