Kommentar zum Konflikt mit dem Iran Eskalation mit ungewissem Ausgang

Antikriegs-Demonstrationen quer durch die USA haben am Wochenende gezeigt, dass ein Teil der Bürger nach der Tötung des iranischen Generals Soleimani eine dramatische Eskalation militärischen Konflikt fürchtet. Präsident Donald Trump hat diese Angst noch durch seine massive Drohung verstärkt, man habe bereits 52 Ziele im Iran für den Fall ins Visier genommen, dass es eine folgenreiche Reaktion Teherans gebe.

Von Friedemann Diederichs
Menschen treten in Bagdad auf Teppiche, die mit der Flagge der USA und einer Karikatur von US-Präsident Trump bedruckt sind.
Menschen treten in Bagdad auf Teppiche, die mit der Flagge der USA und einer Karikatur von US-Präsident Trump bedruckt sind. Foto: Nasser Nasser/AP/dpa

Diese Worte kommen von einem Mann, der eigentlich keinen Waffengang will. Doch nun besteht die Gefahr, dass sich Trump mit seinen Muskelspielen selbst so unter Handlungsdruck setzt, dass ihm nichts anderes als eine Reaktion durch die Streitkräfte übrig bleibt. Dies wird natürlich vom Verhalten der Führung in Teheran abhängen, die jetzt vor dem Dilemma steht: Wie überzeugend antworten, ohne eine ausgeweitete Konfrontation mit dem Erzfeind USA zu provozieren? Angesichts des Ikonen- Status des Getöteten kann es der Iran kaum nur seinen Helfergruppen im Ausland – wie der Hisbollah – überlassen, Rache zu üben. Gleichzeitig muss Teheran darauf achten, mit seiner Reaktion nicht auch die Europäer zu verstimmen, die dem Regime im Atomstreit mit den USA Rückendeckung gewährt haben. Das alles stellt eine brisante und komplexe Herausforderung dar – mit ungewissem Ausgang.

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Eskalation

Eine militärische Auseinandersetzung wegen der feindseligen Politik der USA gegenüber dem Iran wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Im Iran weis man sehr genau, dass Kriegshandlungen dazu führen, dass den USA in der Region kaum mehr als Extremisten bleiben, deren politische Gebahren von wahhabistischen Terrodoktrin wie in Saudi Arabien und Katar bis hin zu einer offenen Apartheitspolitik wie in Israel reicht. Die feindselige Politik gegenüber dem Iran wird bleiben. Es geht nicht nur um den Petro-Dollar als Zahlungsmittel, sondern zum anderen darum, dass die USA keine öffentliche Kritik vertragen können. So wird man mit massiven Destabilierungsmassnahmen gegen den Iran und dem "Nuklearkonflikt" die Instabilität im Iran fördern wollen. Das ist u.a. der Tatsache geschuldet, dass einige Staaten der Region, etwa Israel und die GCC-Staaten aufgrund von erfolgreichem Lobbyring über beträchtlichen Einfluss in den USA verfügen. Trotzdem ist zu hoffen, dass die USA aus den katastrophalen Besatzungskriegen gegen Afganistan und Irak und der Zerstörung Libyens gelernt haben.

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