Kommentar zum Besuch von Angela Merkel in Auschwitz Kein Schlussstrich

Im Zeichen eines Rechtsrucks und des wachsenden Antisemitismus ist der Besuch von Angela Merkel in Auschwitz ein deutliches Signal. Es war zu spüren, dass es ihr innerer Wunsch war, an diesen furchtbaren Ort zu kommen, so schwer ihr dies fiel.

Von Claudia Kramer-Santel
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Kranzniederlegung an der Todesmauer im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz. Merkel folgte einer Einladung der Auschwitz-Birkenau Foundation, die ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Festakt begehen wird.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Kranzniederlegung an der Todesmauer im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz. Merkel folgte einer Einladung der Auschwitz-Birkenau Foundation, die ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Festakt begehen wird. Foto: dpa

Sehr wichtig: Sie nutzte die Chance, mit den wenigen noch lebenden ehemaligen Insassen zu sprechen, mit ihnen herumzugehen, ihnen eine Stimme zu verleihen. Sie hat es deutlich ausgesprochen: Ihre Botschaft brennt sich ins Herz.

Seit Längerem werden auch in Deutschland Stimmen laut, die Vergangenheit doch ruhen zu lassen. Wer einmal in Auschwitz erfahren hat, wie Nachfahren aus aller Welt unter Tränen an so einem schrecklichen Ort noch heute verzweifelt nach Spuren ihrer ermordeten Verwandten suchen müssen, versteht, dass diese Aussage sie verhöhnt.

Und wie sieht das jüdische Leben heute in Deutschland aus? Juden müssen wieder ernsthaft Angst haben, wenn sie mit einer Kippa auf der Straße gehen! Ja, sie müssen Angst um ihr Leben haben.

Merkel sendete eine kraftvolle Botschaft nach Deutschland, sich deutlich zum jüdischen Leben zu bekennen. Wie sagte sie noch? „Einen Schlussstrich darf es niemals geben.“

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