Kommentar zu Nato und China
Der Feind in Fernost

Jahrhunderte lang war China ein auf sich bezogenes Reich. So groß, dass es sich selbst genügte. Das ist schon lange vorbei. Das Reich der Mitte hat sich zu einem Wirtschaftsgiganten gemausert und leitet daraus einen politischen Führungsanspruch ab, den es so geschickt wie skrupellos wie global umsetzt. Die außenpolitische Zurückhaltung – viele Jahre Credo der chinesischen Politik – ist Vergangenheit.

Mittwoch, 04.12.2019, 21:40 Uhr aktualisiert: 04.12.2019, 21:50 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Ein sichtbares Beispiel für den neuen Anspruch: Die „Neue Seidenstraße“, das Lieblingsprojekt der chinesischen Führung. Sie ist Kern der geopolitischen Strategie Chinas und das größte globale Wirtschafts- und Investitionsprojekt seit dem Marshallplan nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein riesiges, neues Handelsnetzwerk zwischen Asien, Afrika und Europa.

Vor diesem Hintergrund war es zwangsläufig und nur eine Frage der Zeit, wann das offensive Machtstreben Chinas mit den sicherheitspolitischen Interessen der Nato-Staaten kollidiert. China als Bedrohung zu definieren, dürfte auch Donald Trump zupasskommen. „America First“ bedeutet im Kern auch, keine Großmacht neben den USA tolerieren zu wollen.

Kommentare

Klaus  wrote: 06.12.2019 07:13
Volksrepublik China ist nur 70 Jahre alt, nicht mehr als Jahrhundert. Bitte nicht falsche Information publizieren!
Paul Schneider  wrote: 05.12.2019 05:41
Der Feind in Fernost
Sicherheitspolitische Bedenken gegen China? Erwartet man einen militärischen Angriff? Hier geht es doch um den wachsenden wirtschaftlichen Einfluss Chinas und seine geschickte Bündnispolitik sowie dem Interessenausgleich mit Russland. Mit strategischer Bedrohung will man das eigene Versagen kaschieren und wundert sich, dass Europa international bald am"Katzentisch" sitzt. Das Amerika als Hüter des Heiligen Grals der Freiheit nur sich selbst wichtig nimmt, dürfte doch klar sein.
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