Kommentar zur Pisa-Studie Ein Armutszeugnis

Die Ergebnisse des jüngsten Pisa-Tests sind ein Armutszeugnis. Obwohl Deutschland zu den reichsten Ländern der Erde zählt, kann jeder fünfte 15-Jährige nicht richtig lesen, die Zahl der leistungsschwachen Schüler ist zudem deutlich gestiegen.

Von Mirko Heuping
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Ein Bildungssystem, in dem ganze Gruppen junger Menschen auf der Strecke bleiben, kann und sollte sich Deutschland nicht leisten, will es seine Stellung als Wirtschaftsmacht langfristig behaupten.

Das Schlimmste ist: Überraschend sind diese Pisa-Ergebnisse nicht. Bereits bei den letzten Erhebungen dieser Art sind deutsche Schüler nicht gerade positiv herausgestochen. Die Ergebnisse haben sich seitdem jedoch nicht nur nicht verbessert, sie haben sich verschlechtert.

Die Gründe bleiben seit Jahren die gleichen: zu wenig Personal, Versäumnisse in der frühkindlichen Bildung und mangelnde Digitalkompetenzen der Lehrer.

Nun wird es Zeit, dass endlich Konsequenzen gezogen werden. Dafür bedarf es neben einer besseren finanziellen Ausstattung auch des Willens und des Drucks, an den richtigen Stellschrauben zu drehen.

Kommentare

China bei Pisa 2018 liegt ganz weit vorn!

PISA-Test 2018 – China liegt ganz weit vorn!
Neben Estland (525 Durchschnittspunkte), Finnland (516 Punkt) liegt China mit 579 Punkte im Durchschnitt beim PISA-Vergleich 2018 der OECD von 600.000 Neuntklässler aus 79 Ländern weit vorn in der Lese- und Rechtschreibkompetenz, in Mathe und in den Naturwissenschaftlichen Fächern! China überholt die Welt nicht nur ökonomisch, sondern nunmehr auch in Bildungsfragen beeindruckend! Die deutschen 14- bis 15-jährigen Mädchen und Jungen liegen leicht über dem Durchschnitt in den drei Kategorien Lese-Rechtschreib-Kompetenz (498 Punkte- Mittelwert 487 für Deutschland, 500 Punkte OECD-Mittel), Mathe (500 Punkte – Mittelwert 489 Punkte) und Naturwissenschaften (503 Punkte- Mittelwert 489) – sie haben sich aber im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren von der kognitiven Leistungsfähigkeit her insgesamt vergleichsweise leicht verschlechtert (die Differenz beträgt immerhin 11 bzw. 14 Punkte). Bemerkenswert und gleichzeitig sehr traurig ist die Tatsache, dass ca. 20 Prozent der Neuntklässler nicht korrekt Lesen und das Gelesene nicht verstehen können (und wohl auch nicht richtig Schreiben können). Dies hat eindeutig etwas mit dem Deutschen Bildungssystem (in den Grundschulen) zu tun (methodisch-didaktische Defizite, Schreiben nach dem Gehör, synthetische Methode des Lesen-Lernens, Übungsdefizite,…) und kann nicht mit dem funktionellen Analphabetismus erklärt werden, wie die Bildungsministerin Karliczek am 03.12.2019 in den Nachrichten von welt.de sinngemäß erklärte, weil die Quote hier bei ungefähr 7,5 Prozent liegt (Rest 12,5 Prozent)! Das Bildungsniveau einzelner Schüler hängt eindeutig mit sozioökonomischen Faktoren zusammen – hier liegen die Differenzen bei bis zu 113 Punkten (fördernde sozioökonomische Bedingungen vs. beeinträchtigende sozioökonomische Verhältnisse). Und dies ist einfach erschreckend und hängt absolut nicht mit der Intelligenz der Jugendlichen zusammen, sondern mit den fördernden, positiven Angeboten und Anreizen im Elternhaus zusammen! (Angebote an Büchern, Lernmaterial, Computer, psychosozialen Bedingungen,…). Nach wie vor bildet das Fach Mathematik einen starken Problemschwerpunkt. Es ist absolut unverständlich, dass die Deutschen Politiker nichts aus empirischen Erfahrungen und aus der Vergangenheit lernten: Finnland liegt in Serie beim OCED-Pisa-Verbleich seit Jahren ganz weit vorne. Und Finnland hat sich das Bildungssystem der DDR zu Eigen gemacht. Übrigens: Ende der Siebziger/ Anfang der Achtziger Jahre wurde durch ein internationales Team von Psychologen Kinder und Jugendliche u.a. auch aus der Bundesrepublik und der DDR einer Untersuchung zur Intelligenzentwicklung unterzogen (Anwendung des Leistungsprüfsystem von Horn, Progressive Matrizen,) . Dabei zeigte sich, dass die Kinder und Jugendlichen der DDR 10-IQ- Punkte besser abschnitten. Dies hing natürlich nicht mit einer besseren Entwicklung der Intelligenz zusammen, sondern mit dem Polytechnischen Bildungssystem der DDR! (das übrigens ursprünglich aus der Schweiz bzw. aus Frankreich stammte).
Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

Armutszeugnis

Ich finde den Kommentar von Herrn Heuping nicht ganz zutreffend. Hier werden überwiegend die Lehrer
angegriffen. Dies ist aber falsch. ich bin kein Lehrer, hier aber rmuss ich die mal in Schutz nehmen. Die Lehrer sind hie nur das ausführende Organ. Die Eltern muss man hier mal als erstes ansprechen. Es fängt schon im Kleinkind alter an. Da wird den Kinder lieber das Smartphone zum Spielen in die Hand gedrückt, anstatt sich mit dem Kind zu beschäftigen. Es gibt kaum Eltern, die sich abends mit den Kindern aufs Sofa setzten und gemeinsam ein Buch (vor-)lesen. Auch die falsche Schulpolitik spielt hier eine Rolle. Das fängt mit schreiben nach Gehör an und endet mit der Inklusion.

Armutszeugnis

Das Ergebnis ist ein Spiegelbild für die deutsche Bildungspolitik nach dem Champignon-Prinzip. Alles im Dunkeln lassen. Ab und zu etwas Humus zugeben. Und wenn sie dann den "Kopf aus der Erde"strecken, herausreissen. Uebrigens: Wenn ein Kind in vielen asiatischen Staaten keine Spitzenleistungen erbringen will oder kann, dann gibt es Prügel oder andere Strafen.

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