Kommentar zur Messerattacke in London Versagt

So bewundernswert es ist, dass in London einige Männer den Terroristen mit dem Stoßzahn eines Narwals, mit einem Feuerlöscher und mit bloßen Händen möglicherweise von weiteren Morden abgehalten haben – es hätte diese Gefahr erst gar nicht geben dürfen.

Von Christian Althoff
Auf der London Bridge umstellen bewaffnete Polizisten einen auf dem Boden liegenden Mann (aus einem Video von dem Twitteraccount @HLOBlog zur Verfügung gestellt).
Auf der London Bridge umstellen bewaffnete Polizisten einen auf dem Boden liegenden Mann (aus einem Video von dem Twitteraccount @HLOBlog zur Verfügung gestellt). Foto: --/@HLOBlog/AP/dpa

Seit 2005, als vier Selbstmordattentäter in der U-Bahn und in einem Doppeldeckerbus 52 Menschen mit in den Tod rissen und 700 verletzten, ist London nicht mehr zu Ruhe gekommen. Immer wieder haben Terroristen in der britischen Hauptstadt zugeschlagen, zumeist mit Messern oder Fahrzeugen als Tatwaffen. Was also bringt die Justiz dieser Me­tropole dazu, einen zu 16 Jahren Gefängnis verurteilten Terroristen schon nach sieben Jahren wieder freizulassen?

Diese Frage wird die Briten noch länger beschäftigen, aber es gibt keinen Grund, jetzt von Deutschland aus mit dem Finger Richtung London zu zeigen. Denn nach allem, was in den vergangenen Wochen im Fall des Weihnachtsmarktattentäters Anis Amri bekanntgeworden ist, haben auch deutsche Behörden im Umgang mit einem Terroristen schwer versagt.

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