Kommentar zur geringen Strafzins-Belastung Ein Drahtseilakt

Seit Jahren ächzen die Banken und Sparkassen unter den milliardenschweren Kosten, die ihnen die Europäische Zentralbank (EZB) mit den Strafzinsen für geparktes Geld eingebrockt hat. Das Wehklagen wurde zuletzt immer lauter – auch, weil immer mehr Institute nicht umhinkamen, die Last zunehmend vor allem auf gewerbliche Kunden abzuwälzen. Ein Schritt, der keinem Institut leicht fällt, droht doch immer auch der Verlust der Geschäftsbeziehung.

Von Oliver Horst
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Boris Roessler/dpa

Über die Entlastung durch die neue Freibetragsregelung der EZB schwieg die Branche lieber. Einerseits wohl, weil der EZB immer wieder neue Kapriolen zugetraut werden. Andererseits aber auch, weil bei betroffenen Kunden keine Begehrlichkeiten geweckt werden sollten, dass es Spielräume geben könnte.

Die Lage der Banken bleibt schwierig, die Belastung hoch. Klar ist aber, dass Kunden durch steigende Kontogebühren genauso sensibilisiert sind wie durch erste Institute, die Strafzinsen auf Spareinlagen unter 100.000 Euro verlangen. Gewinner sind nur Kreditnehmer. Für alle anderen bleibt das Niedrigzinsumfeld ein Drahtseilakt.

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Drahtseilakt

Mit der unseligen Politik der Niedrig-, Null- und Negativzinsen will die EZB in der Euro-Zone das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Mit den Negaivzinsen sollen die Menschen gezwungen werden, das Geld auszugeben, statt auf Girokonten "herumliegen" zu lassen. Das sogenannte "quantitative Easing" und die Negativzinsen führen nie zu mehr realem Wirtschaftswachsum, sondern immer nur zu höheren Preisen. Merke: Negativzinsen stellen eine negative Repession dar. Es ist ein verzweifelter Versuch, die umgreifenden deflationären Kräfte zu bekämpfen. Und das die Bankkunden die "Gewinner" sein sollen, darf bezweifelt, denn so ist der Dispo nicht günstiger geworden.

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