Kommentar zur Türkei Gefährliches Regime

Die Arbeit der sogenannten Kooperationsanwälte ist anspruchsvoll. Gehen sie bei der Überprüfung der Angaben von Asylsuchenden in deren Herkunftsland zu auffällig vor, gefährden sie außer deren sichere Rückkehr auch das Leben und die Freiheit von Angehörigen und Freunden. Machen sie es sich bei der Recherche dagegen zu einfach, gefährden sie ebenfalls das Leben der Asylsuchenden und schlimmstenfalls sogar die Sicherheit Deutschlands.

Von Bernhard Hertlein
Bundesaußenminister Heiko Maas (l, SPD), und Mevlüt Cavusoglu, Außenminister der Türkei, unterhalten sich am Rande des G20-Außenministertreffens.
Bundesaußenminister Heiko Maas (l, SPD), und Mevlüt Cavusoglu, Außenminister der Türkei, unterhalten sich am Rande des G20-Außenministertreffens. Foto: dpa

Trotz dieser Gefahren ist die Arbeit der Anwälte unverzichtbar. Um so schlimmer sind die Folgen der Verhaftung in der Türkei. Unterlagen über potenzielle Gegner sind, in welchem Umfang auch immer, in die Hände des Regimes gelangt. Das Mindeste ist, dass der Anwalt umgehend frei kommt. Selbst dann sind die Folgen gravierend. Alle, über die recherchiert wurde, sind in Gefahr – auch wenn sie heute in Deutschland leben.

Klar wusste das Regime in Ankara vorher, was es tat. Dass es trotzdem zur Verhaftung schritt, zeigt, wie gering die Beziehungen zum Nato-Partner Deutschland in der Türkei eingeschätzt werden.

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