Kommentar zur K-Frage der Union
Nur aufgeschoben

Annegret Kramp-Karrenbauers Absage an eine Urwahl des nächsten Kanzlerkandidaten ist nachvollziehbar. Im Moment jedenfalls müsste sie eine solche Mitgliederbefragung fürchten. Wobei sie im Wettbewerb um den CDU-Vorsitz gezeigt hat, dass sie überzeugen kann.

Dienstag, 08.10.2019, 21:00 Uhr
CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hält beim Thema Kanzlerkandidatur nichts von einer Urwahl. Foto: dpa

Bei einem Rennen gegen Spahn, Laschet oder Merz um die Kanzlerkandidatur wäre die Ausgangsposition aber eine völlig andere – nach jetzigem Stand eine zuungunsten Kramp-Karrenbauers. Aufgrund ihrer vielen Pannen. Wobei sie im Wettbewerb um den CDU-Vorsitz gezeigt hat, dass sie kämpfen und überzeugen kann.

Sollte sich der Deutschlandtag der Jungen Union für einen Mitgliederentscheid zur K-Frage aussprechen, wäre dies für Kramp-Karrenbauer sicherlich eine Klatsche. Aber sie kann dann immer noch argumentieren, dass der Parteinachwuchs rebellisch und konfrontativ sein muss.

Wichtiger wird für Kramp-Karrenbauer der Parteitag der CDU im November. Nehmen ihr dort die Delegierten per Beschluss das erste Zugriffsrecht aus der Hand, hätte ihr der Parteitag das Misstrauen ausgesprochen. AKK müsste dann über Konsequenzen nachdenken.

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