Kommentar zur Fußball-Nationalmannschaft
Erwartbare Reaktionen

Da konnte man die Uhr nach stellen. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft verliert aufgrund teilweise haarsträubender Abwehrfehler 2:4 gegen die Niederlande, und die ersten Fans und Experten fordern a) die Rückkehr von Mats Hummels und/oder b) den Rücktritt von Joachim Löw. Ein guter Zeitpunkt für einen Rücktritt des Bundestrainers wäre direkt nach der missratenen WM 2018 gewesen. Es kam anders, der DFB wollte den 59-Jährigen behalten, und daran wird auch das 2:4 vom Freitagabend nichts ändern.

Montag, 09.09.2019, 09:39 Uhr
Die deutschen Nationalspieler Joshua Kimmich und Nico Schulz während der 2:4-Niederlage gegen die Niederlande. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Ja, über die Aufstellung, die Taktik, die Wechsel muss diskutiert werden. Es passte bei der DFB-Elf und Löw nicht viel zusammen in Hamburg. Der Erzrivale ist zu einer Mannschaft geworden, die Fehler konsequent bestraft. Und wer solche Fehler macht wie die Herren Tah, Ginter und Co., muss sich über vier Gegentore nicht wundern. Dass diese aufgrund einer falschen Taktik fielen, ist unbewiesen.

Unstrittig ist, dass Mats Hummels einer der besten deutschen Innenverteidiger ist. Vielleicht ist er sogar immer noch besser als die, die Löw bevorzugt. Löw sieht das anders, und Hummels hat international sicher nicht mehr die Klasse wie beim WM-Triumph 2014. Beim desaströsen 0:3 in Holland im Oktober 2018 spielte der heutige BVB-Profi übrigens mit.

Löw hat den Umbruch eingeleitet. Spät, aber er tat es. Das junge Team braucht Zeit, die Abwehrspieler brauchen offensichtlich Zeit. Löw wird ihnen die Zeit geben, er hat im Prinzip keine andere Wahl. Was er auch hat, ist Hoffnung: Darauf, dass die Neuen auch mal das Hummels-WM-2014-Niveau erreichen. Und darauf, dass nicht nach einem verlorenen Spiel immer gleich alles wieder in Frage gestellt wird.

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