Kommentar über gefährdete Kinder
Mehr Hilfe notwendig

Die Zahlen alarmieren: 54.000 Fälle von möglicher Kindeswohlgefährdung haben die Jugendämter im vergangenen Jahr bearbeitet, zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Doch so paradox es erscheinen mag: Über diesen Anstieg muss man sich sogar freuen. Denn er zeigt, dass die Sensibilität gestiegen ist.

Freitag, 06.09.2019, 20:36 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Schulen und Kindergärten schauen heute genauer hin als noch vor wenigen Jahren. Das ist lobenswert, aber noch nicht ausreichend. Dabei fehlt es nicht einmal an gutem Willen, sondern oftmals an der notwendigen Ausbildung. Körperliche Gewalt gegen Kinder hinterlässt sichtbare Spuren, sexualisierte Gewalt nicht unbedingt. Noch schwerer zu erkennen ist eine Vernachlässigung, die keine körperlichen Wunden, aber tiefe Narben auf Kinderseelen hinterlässt.

Es muss also noch viel mehr getan werden: für Familien, die mit der Erziehung überfordert sind, für Erzieherinnen und Lehrer, die mehr Schulungen benötigen, und nicht zuletzt für die Kinder, die mehr Therapiemöglichkeiten benötigen. Mit der in NRW angekündigten Aufstockung der Jugendämter allein ist es nicht getan.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6906013?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F
Rolle rückwärts beim Kreis Höxter: Corona-Einschränkungen gelten doch schon ab Montag
Von Montag an gelten verschärfte Regeln im Kreis Höxter. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker