Eine Kommentar zur CDU
Besser spät als nie

Die Ankündigung des Rückzugs ist nicht überraschend. Überraschend ist der späte Zeitpunkt. Fünf Tage hat Ingo Senftleben gebraucht, um die persönlichen Konsequenzen aus einem Wahlergebnis zu ziehen, das er maßgeblich zu verantworten hat.

Freitag, 06.09.2019, 20:26 Uhr
Ingo Senftleben, Landesvorsitzender der CDU Brandenburg, hat persönliche Konsequenzen aus dem Machtkampf gezogen und seinen Rücktritt erklärt. Foto: dpa

15,6 Prozent der Stimmen holte die CDU in Brandenburg. Ein Verlust von 7,4 Prozentpunkten gegenüber 2014. Dass es in Potsdam einen Machtkampf brauchte, um Senftleben zur Demission zu bewegen, spricht nicht für Einsicht. Natürlich lässt sich das desolate Ergebnis auf Berlin schieben. Der Öko-Trip der Union machte es dem CDU-Spitzenkandidaten in der Braunkohleregion gewiss nicht leichter. Und einen Amtsbonus wie Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte er auch nicht.

Trotzdem war sein Scheitern hausgemacht. Vor der Wahl hatte er eine Koalition mit der Linken nicht ausgeschlossen. Ein Kardinalfehler, den Mike Mohring vor der Wahl in Thüringen am 27. Oktober nicht wiederholen sollte.

Wenn er gut beraten ist, distanziert er sich klar von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), der von der CDU im Osten Offenheit für Koalitionen mit der Linken fordert.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6905994?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F
Tönnies bereitet Neustart vor
Leere Lkw-Anhänger stehen auf dem Betriebsgelände von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Das Fleischwerk ist nach dem Corona-Ausbruch seit dem 20. Juni geschlossen. Die Wiederaufnahme der Produktion könnte womöglich in der kommenden Woche schrittweise erfolgen. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker