Kommentar zur SPD
Linksruck

Donnerstag, 08.08.2019, 21:30 Uhr
Sigmar Gabriel. Foto: dpa

Insofern ist es nur folgerichtig, über Bündnisse jenseits der Großen Koalition nachzudenken, zumal es für Union und SPD auf Bundesebene ohnehin nicht mehr reichen würde. Und die inhaltlich-ideologischen Gemeinsamkeiten gibt es mit Linken und Grünen. Wegen der Stärke der Ökopartei erreicht das linke Spektrum addiert etwa 46 bis 47 Prozent. Das könnte für eine Stimmenmehrheit im Bundestag sogar knapp reichen.

Diese Mehrheit gab es schon einmal. Von 2013 bis 2017 hatten SPD, Linke und Grüne 320 Sitze – von 630. Dass die SPD sich nicht traute, lag zum einen an den Zugeständnissen der Union und zum anderen an Oskar Lafontaines Einfluss bei der Linken. Sollte sich die Chance nach der nächsten Bundestagswahl wieder eröffnen, käme es für die Grünen zum Schwur: Wären sie so bürgerlich, wie sie vorgeben zu sein, würden sie Juniorpartner der Union. Wer macht das, wenn er selbst ins Kanzleramt ziehen kann?

Kommentare

Paul Schneider  wrote: 09.08.2019 07:46
Linksruck
Wieviel Möglichkeiten haben die SPD-Altgedienten gehabt, in dieser Koalition zum politischen Gestalten zu kommen? Wo sind die sozialdemokratischen Werte geblieben? Und was ist mit den Führungskader im mittleren Partei management? Wenn sie keine Regierungsposten bekommen, ziehen sie nicht mit. Und jetzt eine Koalition mit den Grünen und Linken auf Bundesebene? Jede Option wird beim Wahlvolk für Unverständnis sorgen, zumal man bislang ein rot-rot-gruenes Bündnis ausgeschlossen hat. Merke: Man kann von einer Partei nicht verlangen, dass sich bis zu ihrer Selbstaufgabe einer anderen Partei dient. Ob nun links, rechts oder in der Mitte Politik gemacht wird. Entscheidend ist: Ohne Wachtstum wächst der Frust. Und davon profitiert am meisten die AfD.
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