Kommentar zur Energiewende
Zu viele Baustellen

Am Beispiel des ostwestfälischen Netzbetreibers Westfalen Weser Energie (WWE) lässt sich das Dilemma der Energiewende ablesen. Im Kreis Paderborn drehen sich so viele Windräder und lassen Photovoltaikanlagen die Sonne so viel Strom erzeugen, dass der Bedarf vor Ort rechnerisch alleine durch regenerative Energien mehr als abgedeckt ist. Das ist eigentlich vorbildlich – ist tatsächlich aber auch problematisch.

Donnerstag, 13.06.2019, 21:04 Uhr aktualisiert: 13.06.2019, 21:06 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Weil vor allem die Hoch- und Höchstspannungsleitungen nicht so schnell mitgewachsen sind wie Windräder und Solaranlagen entstanden sind, kann der grüne Strom aus OWL viel zu häufig nicht in andere Regionen exportiert werden. Schlimmer noch: deshalb müssen Windräder gebremst und Solaranlagen abgeschaltet werden. So wird tagtäglich viel Potential verschenkt. Das kostet Geld, das letztlich der Verbraucher mit seiner Stromrechnung zahlt.

All das ist kein Grund, generell auf die Energiewende zu schimpfen. Sondern auf die Art und Weise, wie stümperhaft sie vor allem von der Bundespolitik umgesetzt worden ist. Auch acht Jahre nach dem zweiten Atomausstieg gibt es noch viel zu viele Baustellen.

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