Kommentar zur Situation bei Gerry Weber
Neue Realität

Beim Modekonzern Gerry Weber deutet alles auf die finale Zäsur hin. Das gilt nicht nur für die Einschnitte mit Jobabbau und Filialschließungen des insolventen Unternehmens, das nach der möglichen Übernahme durch einen Investor von der Börse genommen werden könnte. Vor allem scheint die Ära der Gründerfamilie Weber endgültig beendet.

Mittwoch, 05.06.2019, 21:30 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 06:26 Uhr
Die Gerry-Weber-Zentrale in Halle. Foto: Ulrich Fälker

Gründersohn und Ex-Vorstandschef Ralf Weber sagt, dass er mit dem Thema »abgeschlossen« hat, jetzt andere das Sagen haben. Der symbolträchtige Schritt, dass nun ausgerechnet auch die Filialen geschlossen werden, die Gründer Gerhard Weber in OWL einst als erste eröffnete, ist dafür ein klares Signal. Bis dato hatte der Patriarch dies immer verhindern können. Jetzt ist auch er machtlos.

Den Einfluss hat die Familie verloren – auch wenn sie auf dem Papier noch größter Aktionär ist. Dies scheint ihr endgültig bewusst. Der angekündigte Schlussstrich zwischen Modekonzern einerseits und Tennisturnier sowie Stadion andererseits ist Ausdruck dieser neuen Realität. Und die eröffnet hoffentlich beiden Seiten Chancen für die Zukunft.

Kommentare

Paul Schneider  wrote: 06.06.2019 10:59
Neue Realität
Neue Realität? Wenn man jahrelang falsche unternehmerische Entscheidungen ignoriert hat? Wenn man jahrelang die Marktentwicklung ignoriert hat. Gerry Weber ist nicht an den Konjunkturveränderungen gescheitert, sondern hat mit seinem Modelabel und vor allen Dingen mit der Preisgestaltung an den Kundenwünschen vorbei kalkuliert. Der/die angehende Volkswirt(in) lernst sehr intensiv, welche Auswirkungen die 8 wichtigsten Managementfehler haben.
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