Meinung
Teurer Frieden

Es war ein blutiger Völkermord, der 1994 in Ruanda wütete . Eine Million Menschen kamen ums Leben, während die Weltgemeinschaft dem Sterben fast tatenlos zuschaute.

Dienstag, 04.06.2019, 21:52 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 21:54 Uhr
Paul Kagame möchte sein Land zu einem Vorbild für ganz Afrika machen. Einige Methoden des Präsidenten sind umstritten. Foto: dpa

Eine Art Modell-Republik

25 Jahre später ist Ruanda trotz der Spuren, die die Gräueltaten im Land hinterlassen haben, eine Art Modell-Republik auf dem schwarzen Kontinent geworden. Die Wirtschaft brummt, die Bürokratie funktioniert – zumindest für afrikanische Verhältnisse.

Aussöhnungsprozess ohne Kagame kaum denkbar

Das gute Image des Landes ist ein Verdienst von Langzeit-Präsident Paul Kagame, der seit dem Jahr 2000 im Amt ist – und das nicht immer unumstritten. Per Verfassungsreferendum ließ er die Amtszeitbeschränkung aushebeln. Zuletzt wurde er mit 97 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Ein demokratisches Ergebnis, wie wir es kennen, sieht anders aus. Dennoch: Der erfolgreiche Aussöhnungsprozess ist ohne Kagame kaum denkbar. Er hat das Land, in dem fast jeder Opfer oder Täter war, geeint.

Die Einheit des Landes gibt es in Ruanda vorerst nur auf Kosten der Demokratie. Damit diese gewahrt bleibt, s0llte man einige demokratische Defizite zumindest noch etwas in Kauf nehmen.

 

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