Kommentar zur Textilindustrie
Boykotteure sind schuld

Sechs Jahre nach der größten Katastrophe in der Geschichte der Textilindustrie ist die Zahl der Todesopfer in Bangladesch auf 1138 gestiegen: Einer der Helfer ertrug die Erinnerung an Rana Plaza nicht mehr und beging vor wenigen Tagen Selbstmord.

Donnerstag, 02.05.2019, 21:30 Uhr
Die Textilfabrik in Bangladesch sechs Jahre nach der Katastrophe. Foto: dpa

Kurz nach der Katastrophe in der Fabrik, die für mehrere deutsche Modehändler produzierte, schien es, als ob die Branche Reue zeigte. Das war der Anstoß für CSU-Minister Gerd Müller, ein freiwilliges Textilbündnis auf den Weg zu bringen. Es konnte von Anfang an nur funktionieren, wenn der größte Teil der Branche mitmacht. Indessen verließen einige das Bündnis unter dem Eindruck, es sei genug Gras über die Katastrophe gewachsen. Eine nennenswerte Zahl von Verbrauchern, die grundsätzlich »billig« kauft, hat das erleichtert.

Selbstverständlich sind Menschenrechte und Umweltstandards auch fernab vom eigenen Schornstein einzuhalten. Um glaubwürdig zu sein, muss Müller dies, wenn es freiwillig nicht möglich ist, gesetzlich durchsetzen. Diejenigen, die wie Seidensticker, Brax und Gerry Weber noch im Bündnis sind, werden das verstehen.

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