Kommentar zum FC Schalke 04
Der Glaube fehlt

Mit dem Glauben ist es so eine Sache: Er kann Berge versetzen oder einen auf die Probe stellen. Und allen, die es mit Schalke als Religion halten, wird gerade so einiges abverlangt.

Montag, 04.03.2019, 09:54 Uhr aktualisiert: 04.03.2019, 09:56 Uhr
Schalkes Trainer Domenico Tedesco steht nach dem Spiel vor der Nordkurve und entschuldigt sich bei den Fans. Foto: dpa

0:4 gegen Düsseldorf! Man muss nicht mal spotten. Für reichlich Spott sorgen die S04-Spieler gerade ganz allein mit ihren leblosen Rasenvorstellungen.

Und genau das stellt den Glauben des Anhangs gerade so auf die Probe. Nicht wiederzuerkennen ist in ihren Augen der Arbeiterklub aus dem Pott. Der Verein, bei dem Kampf, Bereitschaft, Engagement und Hingabe die elementaren Wesenszüge, die DNA, sind. Die von Domenico Tedesco angeleitete Gruppe auf dem Platz lässt seit Wochen jeden dieser Schalker Wesenszüge vermissen. Aufgabe statt Hingabe katapultiert Königsblau deshalb mitten hinein in den tobenden Bundesliga-Abstiegskampf.

Wer glaubt noch an Tedesco?

Natürlich bewahrt Tedesco selbst auf Kellerkurs den Glauben. Was bleibt ihm auch anderes übrig? Die Flinte ins Korn zu werfen sei nicht seine Art, betonte der Coach nach der Fortuna-Schmach. Also glaubt er an die Wende. An bessere Zeiten.

Nur: Wer glaubt noch an Tedesco? Es ist mehr als fraglich, ob dem Vizemeister-Trainer der vergangenen Saison überhaupt noch zugetraut wird, den Hebel umzulegen. Der Glaube an eine bessere Zukunft schwindet auf Schalke zusehends und damit offensichtlich auch in die Fähigkeiten von Tedesco.

Der Trainergang vor die Nordkurve mag sein schwerster und womöglich auch sein letzter dieser Art gewesen sein. Denn auch wenn der Glaube Berge versetzen kann, fehlt einem bei S04 jegliche Fantasie, wie Königsblau in dieser Konstellation noch einmal die Kurve kriegen soll.

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