Kommentar zu Gewalt gegen Lehrer Offen darüber sprechen

Die Sitten werden rauer. Und da die Schule ein Spiegel der Gesellschaft ist, verwundert es nicht, dass auch hier häufiger Konflikte eskalieren, Lehrer handgreiflich und verbal attackiert werden. Darüber wurde bislang aber zu wenig gesprochen. Denn genaue Zahlen, wie häufig es zu Übergriffen kommt, ja, ob es überhaupt mehr Fälle gibt – all das weiß niemand genau.

Von Bernd Bexte
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Die Schulministerien der Länder ducken sich weg nach dem Motto: »Es kann nicht sein, was nicht sein darf.« Ein schwerer Fehler. Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung heißt es, dass der Gewalt gegen Repräsentanten des Staates »auf allen Ebenen konsequent entgegengewirkt werden« müsse. Das muss Lehrkräfte einschließen.

Und auch über die Verursacher der Gewalt muss unvoreingenommen gesprochen werden dürfen. Sollte es bestimmte Gruppen geben, die sich da hervortun, muss man diese benennen, allein um hier bei der Prävention anzusetzen. Deshalb ist es gut, dass die Lehrergewerkschaft das Thema mit einer seriösen Umfrage aufgegriffen hat. Eigentlich hätte man dies von der Politik erwarten dürfen.

Kommentare

Offen darüber sprechen

Warum sollen unsere Kinder anders sein als die Erwachsenen, deren hartumgekämpfte Freiheit vielfach zu einer ausgeprägten Disziplinlosigkeit und Verwantwortungslosigkeit mutiert. Man ist Bestandteil der Risikogesellschaft, in der der ungezügelte Wagemut die Herausforderung ist. Es ist die Grenzüberschreitung, die man gerne eingeht, um "Anerkennung" zu erhaschen. Ein Teil dieses Verhaltens finden wir im Internet mit grauenvollen Darstellungen und die damit einhergehende, zunehmende Gewaltbereitschaft, die Darstellung von sexuellen Perversitäten, die Darstellung des Fanantismus und des Missionseifers, die sich inzwischen zur Sucht entwickelt hat. Und die Politik steht hier nicht nach. Aggression als politischer und gesellschaftlicher Pessimismus, anstelle gegeneitiger Rücksichtnahme. Aggressionen, die die Gesetze der Moral, der Ethik, staatliche und persönliche Identität in Frage stellen. Wenn religiöse Eiferer und Weltverbesserer toleriert werden. Aggression nicht nur als Religion, sondern auch als primitive Ideologie, die die Menschen zur Gewalt verführen. Und das Problem ist, dass es sich nicht nur um bewusstseinsmässig einfach strukturierte Menschen handelt, die immer aggressiver werden.

1 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.