Kommentar zu Medizin-Studienplätzen Krankes System

Ohne Frage: In Deutschland gibt es ungezählte Ärzte aus fremden Ländern, die Hervorragendes leisten. Manche gehören sogar zu den Spitzenmedizinern, etwa im Herz- und Diabetezentrum Bad Oeynhausen.

Von Christian Althoff
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Gleichzeitig aber werden in Deutschland sehenden Auges Ärzte auf Patienten losgelassen, die nicht ausreichend Deutsch sprechen und deren Qualifikation gelegentlich zweifelhaft ist. So ist die Durchfallquote von Medizinern mit ausländischem Bildungsabschluss bei der Facharztprüfung in Deutschland laut Ärztekammer Westfalen-Lippe viermal höher als bei Absolventen deutscher Universitäten.

Es ist verrückt: 50.000 Abiturienten würden gerne Medizin studieren. Doch weil die freie Berufswahl nur auf dem Papier existiert, Universitäten nicht genügend Studienplätze bereithalten und die meisten Bewerber mit einem Numerus clausus ausgegrenzt werden, müssen wir Ärzte aus Syrien, Ägypten, Rumänien, Serbien und Bulgarien abwerben – aus ärmeren Ländern, in denen dann das Gesundheitssystem auch deshalb zusammenzubrechen droht. Das ist doch krank!

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Krankes System

Der Ärztemangel in Deutschland wird seit fünfzehn Jahren diskutiert. Auch der drohende Landärztemangel ist nicht neu. Was ist nicht alles versucht worden, dem Ärtzemangel zu begegnen? Ärztekammern, Berufsverbände, Versicherer u.a. versuchen immer wieder, neue Modelle zu entwicken. Nun soll in Deutschland eine Online-Sprechstunde eingeführt werden. Es ist also offensichtlich ein "Mengenproblem" auf der Nachfrageseite, sprich Patientenseite, denn die Zahl der Ärzte hat sich seit 1990 von 240.000 auf 370.000 erhöht, trotz Numerus Clausus und anderen Gründen bei der Medizinerausbildung, wie z.B. die Wartezeit auf einen Studienplatz, die mindestens 12 Monate dauert, wenn man im Abitur nur eine Zwei hat. Entscheidend ist das Verhalten der Patienten, die im Jahr mindestens 19 mal den Arzt aufsuchen, weil sie u.a . im Internet Diagnosen gegoogelt haben, die sie trotz Net-Doktor nicht erklären können und nun eine ärztliche Abklärung vor Ort wünschen. Ausserdem hat sich das Anspruchsverhalten der Patienten geändert. Schneller Termin in den Arztpraxen und vor allen Dingen in den Krankenhausambulanzen.. Ferner die Zunahme der ärztlichen Versorgung in den Pflegeeinrichtungen, weil die Menschen, die immer älter werden, auch einer zunehmenden nicht nur pflegerischen Betreuung bedürfen. Dazu kommt noch das sich veränderte Freizeitverhalten der Mediziner. Das Ärzteprobleme ist also nicht nur ein Angebotsproblem.

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