Meinung Aufgespießt

Es wäre falsch, den kurz aufgeflammten Streit um den Döner als Attacke einiger Öko-Fundamentalisten abzutun. Die derzeit geltenden Werte für Phosphat in Lebensmittel stammen aus dem Jahr 1991.

Von Detlef Drewes
Döner dürfen weiterhin Phosphate enthalten.
Döner dürfen weiterhin Phosphate enthalten. Foto: dpa

Es macht also durchaus Sinn, den Stand der Wissenschaft daraufhin abzuklopfen, ob es neue Hinweise auf Risiken für die Gesundheit gibt und ob man die heute tolerierte Tagesdosis anpassen muss – was den Döner übrigens auch nicht in Gefahr bringen würde. Die Zuspitzung des Themas auf den beliebten Fleischspieß war zwar geschickt, aber letztlich wenig hilfreich, weil sie von der eigentlichen Frage, wie viel Phosphat man zu sich nehmen darf, ablenkte.

Dennoch muss diskutiert werden, ob es wirklich Aufgabe eines Europäischen Parlamentes sein soll, sich um die Nutzung einzelner Zusatzstoffe zu kümmern. Die europäischen Institutionen täten gut daran, hier die Zuständigkeiten zwischen ihren Agenturen und den politischen Gremien zu überdenken. Fachlich fundierte Beschlüsse bei einem solchen Thema sind etwas für Ärzte, Chemiker, Ernährungswissenschaftler oder Lebensmittel-Hersteller. Aber nicht für ein Parlament.

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