Kommentar zu Air Berlin
Eine Pleite mit Ansage

Überraschend kommt die Insolvenz der einst stolzen Nummer zwei der deutschen Luftfahrtbranche wahrlich nicht. Dass Air Berlin nicht in der Lage ist, ohne fremde Hilfe und Schuldenschnitt den Turbulenzen zu entkommen und aus den roten Zahlen zu fliegen, zeichnete sich in den vergangenen Monaten und Jahren immer deutlicher ab.

Dienstag, 15.08.2017, 21:30 Uhr
Überraschend kommt die Insolvenz der einst stolzen Nummer zwei der deutschen Luftfahrtbranche wahrlich nicht. Foto: dpa

Auch der Zeitpunkt der Pleite überrascht höchstens auf den ersten Blick. Faktisch ist er taktisch klug gewählt. Wenige Wochen vor der Bundestagswahl ist kaum eine Regierung in der Lage, das Hilfegesuch eines so öffentlichkeitswirksamen Unternehmens auszuschlagen. An den Aufschrei wegen Flugausfällen daheimgebliebener Urlauber oder im Ausland festsitzender Touristen mögen vor allem Regierungspolitiker gar nicht denken. . .

Vielleicht aber steckt hinter alledem auch ein abgestimmter Plan – so wie es der irische Billigfliger-Konkurrent ­Ryanair vermutet. Die deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Tuifly liebäugeln seit Monaten mit einer Teilübernahme von Air Berlin oder einer Verschmelzung von Aktivitäten. Die Ultimativsituation – Rettung oder Absturz – könnte diesen Vorhaben neuen Schub verleihen.

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